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Veröffentlicht : June 08, 2007 | Autor : dukasi
Kategorie : Kunst und Kultur | Bisher gelesen : 1364

  

Holzkunst ist ein Oberbegriff für ein breites Spektrum an Stilrichtungen. So zählen unter diesem Bezeichnung die Berufsbilder des Holzbildhauers, des Schnitzers oder des Model-Stechers. Auch Zimmerleute, Schreiner oder Tischler streifen mit teilweise sehr anspruchsvollen hochwertigen Arbeiten diesen Bereich. Bei jeder Holzbearbeitung wird mit Hilfe von Sägen, Messern, Schnitzeisen oder anderen scharfen Werkzeugen kleinteilig Holz weggenommen - es entsteht das Werkstück. Methodisch ist es stark mit dem Handwerk des Steinmetz´ verwandt und steht anderen Gewerken entgegen, bei denen die fertige Form durch das Fügen einzelner Teile oder durch das Modellieren einer noch formbaren Masse entsteht.


Die Bezeichnung Schnitzer oder Holzschnitzer wird als bekannte Berufsbezeichnung im Kunsthandwerk verwendet. Diese Berufsgruppe befasst sich mit der Anfertigung von Gebrauchsgegenständen oder dekorativen Elementen. Der etwas spezialisiertere Holzbildhauer oder Bildschnitzer befasst sich mit der Anfertigung von Kunstgegenständen oder Skulpturen. Mit Schnitzereien der höchsten Schwierigkeitsgrade befasst sich der fast schon ausgestorbene Beruf des Model-Stechers, der sich mit der Herstellung von Plätzchenformen aus Holz beschäftigt. Der Modelstecher schnitzt im Gegensatz zum erhabenen Schnitzen bei klassischen Reliefarbeiten ein Negativ in die Tiefe des Holzes. Dabei muss die linke und rechte Seite des Motivs vertauscht werden, damit das Original als Abdruck auf dem späteren Gebäck zu sehen ist. Weiterhin muss der Kunsthandwerker ständig bedenken, dass die Teile, die später am weitesten aus dem fertigen Plätzchen herausragen, am tiefsten in das Holz gearbeitet werden müssen. Model-Schnitzer befassen sich mit der Herstellung von Anis-Model, Springerle Model oder Tirggel-Model. Artverwandt sind Lebkuchen und Spekulatius-Formen.


Die Holzkunst bewegt sich an der Grenze zwischen dem Kunsthandwerk und der Kunst. Viele Schnitzer bezeichnen sich selbst als Handwerker. Jedoch sind oftmals ihre Werke qualitativ hochwertige Unikate, die dem höchsten künstlerischen Anspruch genügen und die Bezeichnung „Kunstwerk" wahrhaftig verdienen. Dagegen versuchen einige illustre Künstler mit wenigen Handgriffen die ursprüngliche Form und Farbe des Holzes grob zu verändern, um auf diese Weise mit der richtigen Vermarktungsstrategie ihren Profit zu erzielen.


Bernhard Heß
info[ @ ]dukasi.de




 

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