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Veröffentlicht : March 20, 2008 |
Autor : logred
Kategorie : Auto und Verkehr | Bisher
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: 1337
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Wir schreiben das Jahr 2008: Die Erdbevölkerung wächst und wächst, immer mehr Menschen fahren Auto und benutzen kraftstoffverbrauchende Fortbewegungsmittel, der Kraftstoffverbrauch schießt deswegen in ungeahnte Höhen und Mutter Erde gehen langsam und allmählich die Rohstoffe aus. Das Benzin wird knapp und in unserer wirtschaftlich denkenden Welt bestimmt die Nachfrage selbstredend das Angebot. Mit anderen Worten: Das Benzin wird mit jedem Liter, den wir verbrauchen und von Tag zu Tag teurer. In Zeiten stetig wachsender Benzinpreise ergibt es Sinn, einmal genauer hin zu schauen, wie viel man verbraucht und ob es überhaupt notwendig ist.
Eins steht von vornherein fest: Ändert sich das Konsumverhalten der Menschen nicht, wird dem Verbraucher eines von den folgenden beiden Dingen in nicht allzu ferner Zeit ausgehen. Wenn es nicht das Rohöl (Benzin) ist, dann wird es mit Sicherheit das Geld sein. Denn dann wird der Liter Benzin in astronomische Preiskategorien steigen.
Dieser Punkt, die umgangssprachliche „Schmerzgrenze“, ist für Normalverdiener schon fast erreicht. Allein in den letzten 20 Jahren ist der Preis für einen ordentlichen Liter Kraftstoff um das Doppelte gestiegen und sorgte vor nicht allzu langer Zeit für einen Aufschrei in unserer Gesellschaft: Benzin erstmals über 1,40€!
Dabei ist es in der Theorie so leicht, das Fahrzeug stehen zu lassen und stattdessen mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem guten alten Drahtesel seine Wege anzutreten. Jemand, der fünf Mal wöchentlich mit dem Auto zur Arbeit fährt und vielleicht sein Verhalten so ändert, dass er wenigstens einen dieser fünf Tage mit dem Bus, statt dem Auto, zur Arbeit fährt, kann schon einiges bewegen. Immerhin wären das im Jahr rund 50 Tage, an denen die Umwelt nicht mit zusätzlichen Abgasen belastet würde. Fahrgemeinschaften könnten dauerhaft den Kraftstoffverbrauch für zwei Menschen halbieren. Viele Liter des kostbaren Treibstoffs könnte man sparen, die sich im wahrsten Sinne des Wortes in einem Stau oder an den roten Ampeln dieser Welt einfach in Luft auflösen.
Natürlich ist nicht jeder Weg immer leicht zu Fuß oder auf dem Fahrrad anzutreten und so gibt es auch hier Ausnahmen, die jeder von uns gerne hinzunehmen scheint. Wenn es zum Beispiel um der Deutschen liebstes Kind geht, dann drückt man gerade in diesem Sommer gerne mal ein Auge zu. Es geht (natürlich) um die deutsche Fußball-Nationalmannschaft.
Das deutsche Team konnte sich erfolgreich für die Fußball-EM 2008 in diesem Sommer qualifizieren, die in den beiden benachbarten Alpenländern Österreich und Schweiz stattfinden wird. Und was neben den Spielern und dem Trainerstab zum Team gehört, wie der Mannschaftsarzt oder Koch, ist natürlich auch der Busfahrer. Und hier kommt das Stichwort: der DFB-Mannschaftsbus.
Hat sich schon einmal jemand die Frage gestellt, wie teuer das Unternehmen „Europameisterschaft“ eigentlich werden kann, wenn die deutsche Mannschaft all ihre Spiele gewinnen sollte? Wir haben genauer hingesehen.
Zunächst ist zu erwähnen, dass das deutsche Fußball-Team selbst mit dem Flugzeug in die Schweiz fliegen wird. Minimierbaren Kraftstoffverbrauch braucht man im Zusammenhang mit Flugzeugen wohl gar nicht erst erwähnen, da diese mehr verbrauchen, als jedes andere Fortbewegungsmittel auf dem Boden. Zwar kommt das Team mit dem Flugzeug in die Schweiz, aber irgendwie müssen sie ja auch zwischen den Spielorten oder zwischen Flughafen und Hotel pendeln können. Und an dieser Stelle kommt der Bus ins Spiel, der in der Zwischenzeit schon mal den Weg nach Ascona im Süden der Schweiz angetreten ist.
Angenommen, der Bus pendelte immer zwischen den Spielorten und dem Mannschaftshotel und die deutsche Mannschaft erreicht das Finale, so würde allein der Bustransfer bei sechs Spielen ungefähr 11.100 Kilometer betragen. 11.100 km – und das bei einem durchschnittlichen Benzinpreis von über 1,40€ pro Liter!
Und da fordern wir heutzutage, dass der kleine Mann die zwei-drei Kilometer zur Arbeit in Fahrgemeinschaften fahren soll, um den Verbrauch zu senken? Ja, denn die Summe macht den Unterschied. Beim deutschen Mannschaftsbus sprechen wir schließlich von einer einmaligen Aktion in diesem Sommer (wenngleich die Zahl von über 11.000 Kilometern einen zunächst erschlägt), während das tägliche Leben jeden Deutschen betrifft; und das sind immerhin über 80 Millionen Bürger – jeden Tag im Jahr.
Den Deutschen sei es verziehen, dass sie in diesem Sommer mit ihrem Mannschaftsbus den Sprit großzügig verpulvern. Man kann schließlich nicht von ihnen verlangen, die Wege zu Fuß zurück zu legen – auch wenn es mit Sicherheit eine Menge Menschen geben würde, die das deutsche Team auf Händen von Basel nach Wien tragen würde.
Denn das deutsche Team macht uns eines vor, von dem wir alle lernen sollten, um unsere Umwelt und speziell unseren Geldbeutel zu schonen: Sie fahren in einer Fahrgemeinschaft aus über 20 Leuten zur Arbeit.
Oliver Stopienski stopienski(at)steuerungb.de
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