Veröffentlicht : May 26, 2010 |
Autor : tonja Kategorie : Versicherungen | Bisher
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Markus Muster arbeitet
seit 15 Jahren als Krankenpfleger in einer Klinik. Mit der Schichtarbeit kommt
er gut zurecht. Zudem ist er ein sportlicher Typ und gut trainiert. Das Heben
der Patienten und die auch sonst oft körperlich anstrengende Arbeit ist für ihn
kein Problem. Doch dann wird bei einer Routineuntersuchung plötzlich
festgestellt, dass Markus Muster krank ist, und zwar sehr krank. Ein bösartiger
Tumor wurde entdeckt. Markus Muster bekommt Angst, Angst zu sterben. Bald
jedoch bekommt er diese Angst halbwegs in den Griff, da die Behandlungen gut
greifen. Doch nun macht sich eine andere Angst breit. Was ist los, wenn er mal
nicht mehr für seinen Lebensunterhalt sorgen kann, wenn er seine Arbeit nicht
mehr verrichten kann. Wird er dann von seiner Lebenspartnerin abhängig? Macht
sie diese Extrembelastung überhaupt mit? Und könnte man sich gegen solch ein
Risiko absichern? Ja, mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese kann er
aufgrund einer vorliegenden Krebserkrankung allerdings jetzt nicht mehr
abschließen.
Das Risiko einer
Berufsunfähigkeit wird leider den meisten immer erst klar, wenn es an die Tür
klopft, sprich eine Erkrankung sich einstellt. Leider ist dann ein Abschluss
häufig nicht mehr möglich. Auch gibt es für viele grundsätzlich nicht die
Möglichkeit eines Abschlusses, weil sie z.B. auch bereits in jungen Jahren
schon mit einer chronischen Erkrankung zu kämpfen haben.
Dieses Problem ist bekannt
und so wird immer wieder gefordert, dass es hier zu Veränderungen beim
Versicherungsschutz bzw. –angebot kommen muss. Das Risiko einer
Berufsunfähigkeit ist vorhanden und die Folgen sind nicht banal, es geht um die
wirtschaftliche Existenz. Jeder müsste diesen Schutz erhalten können.
So schlägt z.B. auch der
ehemalige Versicherungsombudsmann Prof. W. Römer immer wieder eine Versicherung
mit Kontrahierungszwang vor. Ganz klar müssten dann die Tarife anders gestaltet
sein, damit Leistungsfälle dann auch bedient werden könnten. Beispiele sind hier
z.B. eine Karenzzeit oder Leistungsbegrenzungen.
In Deutschland haben nur
ca. ein Viertel aller arbeitenden Bürger eine Berufsunfähigkeitsversicherung.
Viele würden einen Abschluss tätigen, wenn sie es könnten. Viele können es
nicht aus finanziellen Gründen, viele nicht aus gesundheitlichen Gründen. Die
Wichtigkeit dieses Versicherungsschutzes müsste auch noch besser in den Köpfen
der Menschen verankert werden. Jeder versichert lieber sein Auto als sich
selbst. Das ist ein falscher Denkansatz.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung
mit Kontrahierungszwang könnte niemals so leistungsstark sein, wie die
derzeitigen Tarife – das ist klar. Eine Basisabsicherung, die die
Versorgungslücke, die auch bei Erhalt der staatlichen Hilfe
(Erwerbsminderungsrente) entsteht, verkleinert, sollte jedoch in einem
Sozialstaat jedem möglich sein.