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Bonsaibäume - lebende Kunstwerke Ursprünglich aus China kommend hat sich die Kunst, lebende Gehölze im Kleinformat in Pflanzgefäßen zu ziehen, über Japan im Laufe der letzten 100 Jahre in die ganze Welt verbreitet. Niemand kann sich der Faszination der Miniaturbäume entziehen, strahlen sie doch majestätisches Wachstum, hohes Alter oder Überlebenswillen in schweren Lebenslagen aus. Die Techniken zur Gestaltung eines Bonsai sind zum Teil seit langer Zeit überliefert, einige wenige jedoch wurden erst kürzlich entwickelt. Sie alle simulieren aber Vorgänge, welche auch an Bäumen in der Natur beobachtet werden können. Mit Hilfe dieser Techniken gelingt es dem erfahrenen Bonsaigestalter, das Wachstum und das Erscheinungsbild eines Baumes dahingehend zu manipulieren, daß er deutlich älter aussieht, als er tatsächlich ist. Die dabei angewandten Methoden sind keineswegs eine fernöstliche Geheimwissenschaft sondern beruhen vielmehr auf der Beobachtung und anschließender Umsetzung natürlicher Prozesse. Auch bei uns wird die Kunst der Bonsaigestaltung gelehrt: Mehrere Bonsaikünstler bieten in zahlreichen Städten Gestaltungskurse an. Gleichgesinnte Bonsaifreunde haben sich zu Bonsai-Arbeitskreisen zusammengeschlossen, um ihre erlernten Fähigkeiten auszutauschen und zu verfeinern. In diesen Bonsai-AK's entstehen Bonsai aus unterschiedlichen Ursprungspflanzen: -
Baumschulware -
In der Natur gesammelte Bäume -
selbst gezogene Jungpflanzen aus Samen oder Stecklingen Alle diese Wege haben ihren speziellen Reiz, gemeinsam ist ihnen jedoch, daß der Bonsai selbst gestaltet wird und im Laufe seines hoffentlich langen Lebens immer weiter entwickelt wird. Des weiteren besteht natürlich auch die Möglichkeit, einen Bonsai zu kaufen. Im Fachhandel sind gute Miniaturbäume erhältlich, welche entweder importiert oder im eigenen Land vorgestaltet wurden. Je nach Entwicklungsstand des Bonsai sind dabei Kaufpreise bis zu fünfstelligen Summen möglich. Die weitere Arbeit des glücklichen Besitzers beschränkt sich nun entweder lediglich auf die tägliche Pflege des Baumes oder erstreckt sich auch auf die weitere Ausarbeitung der Form. Im ersten Fall wird der Baum zumindest einmal jährlich zu einem anerkannten Gestalter gebracht, welcher den Bonsai umpflanzt und die regelmäßig durchzuführenden Schnittmaßnahmen erledigt. Im zweiten Fall hingegen wird der Bonsaifreund diese Arbeiten selbst erledigen, wobei die Mitgliedschaft in einem Bonsai-AK sicherlich von Vorteil ist. Der tägliche Pflegeaufwand ist erstaunlich gering: Nachdem einmal der richtige Standort für den Bonsai entsprechend seinen spezifischen Anforderungen festgelegt wurde, muß er eigentlich nur noch regelmäßig gegossen und gedüngt werden. Den Rest erledigt »Mutter Natur«. Allerdings kann diese Natur auch für unangenehme Überraschungen sorgen. Unerwünschter Besuch in Form einer Herde Blattläuse kann einem kleinen Bonsai mit vielleicht zwei- bis dreihundert Blättern das Leben deutlich schwerer machen als seinem großen Artgenossen im Stadtpark. Daher gilt es, den eigenen Bonsai in nicht zu langen Abständen intensiv in Augenschein zu nehmen, um eventuellen Befall frühzeitig zu erkennen. Sollte es einmal zu einem Befall mit Schädlingen kommen, stehen im Fachhandel auch für Bonsai geeignete Pflanzenschutzmittel auch für Bonsai zur Verfügung. Um allerdings das richtige Mittel zu finden, ist es notwendig, den schädigenden Einfluß möglichst exakt zu bestimmen. Hierbei sollte man sich der Hilfe eines gut ausgebildeten Beraters im Fachhandel bedienen, welcher anschließend auch bei der Auswahl des richtigen Mittels zur Seite steht und Tipps zur korrekten Anwendung gibt. Denn der unsachgemäße Umgang mit Pflanzenschutzmitteln stellt eine nicht zu unterschätzende Gefährdung der eigenen Gesundheit dar. Uwe Harwardt, webmaster (at) bonsai-info.net
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