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Seelenmassage auf Amrum
Das Innenleben von Beamten kennt Wolfgang A. Gogolin gut.
Als Rechtspfleger und Standesbeamter weiß er schließlich, wovon er spricht. Und
so verwundert es nicht, dass Gogolins Bücher sich unter anderem um all das
drehen, was den gemeinen Beamten beschäftigt. Dazu gehören neben dem
Sexualleben auch grundsätzliche Fragen über den Sinn des (Beamten-)Lebens und
die Überzeugung, dass Beamte mit dem, was sie tun, einen gesellschaftlichen
Auftrag haben. Das neue Buch von Gogolin hat ein neues Thema. Und der Held hat
Angst vor Dunkelheit.
Wenn ein grauenvolles Erlebnis, ein Unfall und eine
Trennung verarbeitet werden müssen, ist man gleich dreifach gebeutelt. Dem
Protagonisten in Gogolins neuem Buch „Schlafen bei Licht“ geht es so. Er hat sowieso
ein schweres Paket zu tragen und kann nachts nicht ohne Licht schlafen. Ein
einziger schwarzer Tag in seiner Vergangenheit hat dazu geführt, dass er vor
den leisesten Geräuschen erschreckt. Nachdem er einen Unfall hat, eilt seine
Freundin ihm nicht etwa tröstend zur Hilfe, sondern verlässt ihn kurzerhand.
Das ist einfach zu viel. Nun kann es nur um eines gehen: Das Leben muss
weitergehen, es muss wieder Qualität bekommen, ein Tapetenwechsel muss her.
Allein diese Erkenntnis ist schon beachtlich, denn der Held in Gogolins Buch
ist sonst eher niemand, der ein Freud von Veränderungen ist. Umso erstaunlicher
ist sein Entschluss, auf Amrum einen Neuanfang zu wagen. Es entwickelt sich
eine humorvolle Liebesgeschichte, die dem Leser Zugang gewährt zu einer Persönlichkeit,
die schwach und liebenswert, kompliziert und doch nachvollziehbar ist.
„Schlafen bei Licht“ hält in jedem Fall wach.
Wolfgang A. Gogolin, Jahrgang 1957, zieht es, anders als
die Romanfigur seines neuen Buches, nicht weg aus seiner Heimatstadt. Gogolin
lebt, liebt und arbeitet in Hamburg und hat es von dort aus bereits zu einigen
Dutzend Veröffentlichungen gebracht. Neben seinen Beamtengeschichten ist
besonders sein Buch „Der Puppenkasper“ erwähnenswert, der sich amüsant mit
weiblicher Macht und männlicher Ohnmacht beschäftigt. Sandra Viehs
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