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Veröffentlicht : October 13, 2006 | Autor : SPIRAL_Music
Kategorie : Medien | Bisher gelesen : 2859

  
Der Equalizer (kurz EQ)

Der Equalizer ist ein Gerät, der in erster Linie die Aufgabe hat, ein Audio-Signal (Sample) zu verschönern bzw. zu perfektionieren, indem er ihm Höhen, Mitten und Tiefen hinzufügt bzw. abnimmt. Es gibt verschiedene Arten von Equalizern, die ich später in diesem Artikel beschreiben werde.

Wie verschönert denn nun ein Equalizer?

Das Prinzip ist einfach zu verstehen. Jedes Audiosignal hat Frequenzbereiche. Manche haben dort etwas mehr Anteil, manche dort. Nehmen wir als Beispielsample ein Becken-Sound eines Schlagzeuges. Er klingt recht hell und es sind wenig oder kaum Bässe zu hören. Das liegt vorallem daran, dass ein Becken auch kaum Anteile in den unteren Frequenzbereichen hat und umso mehr Anteile in den höheren.

Alles schön und gut. Aber was bedeuten diese Frequenzbereiche und wo liegt was?

Die Bässe liegen in den Frequenzbereichen 30 Hz bis 300 Hz. Die unteren Mitten bei 300 Hz bis 600 Hz. Danach die Mitten zwischen 600 Hz und 2 kHz. Anschließend die oberen Mitten bzw. die unteren Höhen bei 2 kHz und 8 kHz. Zum Schluss noch die Höhen von 8 kHz bis 20 kHz. In den Bereichen abzumischen, die tiefer als 30 Hz bzw. höher als 18 kHz liegen, ist im Grunde sinnlos, da das menschliche Ohr diese Frequenzen nicht mehr wahrnehmen kann und der Zuhörer somit keinerlei Unterschiede feststellen kann, wenn man zum Beispiel 20 kHz bis zum Anschlag reindreht oder komplett wegnimmt.


Jeder Frequenzbereich hat seine eigene Aufgabe. Die Bässe sorgen beispielsweise für den harmonischen Grundteppich oder für eine harte Techno-Kickdrum. Warme Hintergrundstreicher, die von Synthesizern produziert werden, bekommen mehr Wärme, wenn man sie in den Bereichen ab 500 Hz aufdreht. Man muss jedoch nicht immer etwas aufdrehen, um einen perfekteren Sound zu erhalten. Eine Snaredrum eines Schlagzeuges klingt zum Beispiel nicht mehr so pappig und computermäßig, wenn man bei 450 Hz ordentlich was wegnimmt.

Es ist unterschiedlich und abhängig von dem Klang des Samples, wo und wieviel man etwas in den Frequenzbereichen abnimmt oder hinzugibt. Alle Star-Alben von berühmten Sängern und Bands, die ihre Musik mit Gesang schmücken, wurden mit Equalizern "perfektioniert". In den Frequenzbereichen zwischen 2 kHz und 5 kHz kann man besonders die Sprachverständlichkeit des Gesanges erhöhen und ab 8 kHz noch mehr Höhenglanz "dahinlügen". Das ist der Grund, weshalb der Gesang der Stars so perfekt und 100%ig rein klingt. Bei keiner professionellen Produktion der heutigen Musikalben wurde auf Equalizern verzichtet.

Welche Arten von Equalizern gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Arten:
  • Grafischer Equalizer
  • Parametrischer Equalizer
Der grafische Equalizer besitzt in der Regel 31 Regler, die alle in unterschiedlichen Frequenzbereichen arbeiten. Von 30 Hz (Hertz) bis 20 kHz (kilo-Hertz) ist es hier möglich, jeden Frequenzbereich individuell anzupassen und einzustellen. So arbeitet beispielsweise ein Regler im 500 Hz Bereich, ein anderer im 8 kHz Bereich, wo man dann diese Frequenzanteile anheben bzw. vermindern kann.

Die Anzahl der Regler ist abhängig von der Bauweise des EQ's. Sie werden X-Band-EQ's genannt, wobei das X für die jeweilige Anzahl an Reglern steht. In unserem 31 Regler-EQ wäre der Name "31-Band-Equalizer".

Der parametrische Equalizer gehört zu den fortgeschrittenen EQ's. Hier stehen dem Anwender zwar nicht so viele Regler zur Verfügung, wie bei seinem Kollegen (der grafische EQ), hat dafür aber einen sehr großen Vorteil. Ein 4-Band-Parametrischer-EQ reicht vollkommen aus, um einem 31-Band-EQ das Wasser zu reichen.

Wieso?

Ein parametrischer EQ hebt bzw. senkt nicht nur den Frequenzbereich, der eingestellt wurde, sondern hebt bzw. senkt gleichzeitig naheliegende Bereiche mit. Dieser naheliegende Bereich kann eingestellt werden. Hier spricht man von einer "Bandbreite". Eine enge Bandbreite bedeutet, dass nur sehr naheliegende Bereiche mitgeregelt werden (Beispiel: Wir wollen mehr Höhen bei 12 kHz dazufügen. Die Bandbreite ist eng eingestellt. Somit fügen wir gleichzeitig noch etwas von 11 kHz bzw. von 13 kHz hinzu, ohne an diesen Reglern zu schieben).

Stellt man nun die Bandbreite größer ein, so würden wir bei 12 kHz auch noch Bereiche ab 9 kHz und 15 kHz mitregeln. Dies sieht dann wie ein Berg aus. Der 12 kHz-Regler stellt dabei die Spitze dar.

Equalizer werden oft als Insert-Effektgeräte eingesetzt (direkt an Samplern bzw. Synthesizern angeschlossen). Natürlich gibt es auch AUX-Methoden, wo der Equalizer eingesetzt werden kann, beispielsweise um einen guten Song absichtlich in eine Hörprobe mit geringer Qualität zu verwandeln. Wird er AUX eingesetzt, so kann man ihn am Mischpult zu diversen Geräte hinzumischen, also dort, wo er seinen Effekt erzielen soll. Die Qualität reduziert man dann, indem man im EQ die Höhen (also ab 8 kHz) wegnimmt. Jetzt hat man keinen Höhenglanz mehr und die Musik klingt direkt anders. Es macht allerdings wenig Sinn, wenn man nur eine Basslinie hat, dann würde sich die Qualität garnicht verändern.

Zum Abschluss

Man sieht also, der Equalizer ist ein vielseitiges und sehr nützliches Gerät. Er wird sehr oft in Verbindung mit einem Kompressor eingesetzt, damit das mit dem EQ bearbeitete Audiosignal nicht übersteuern kann.

Der Equalizer ist eines der großen Geheimnisse bei professionellen Musikproduktionen.




 

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