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Die Krawatte. Das männlichste aller
Kleidungsstücke. Seit seiner Entstehung ist es zum Symbol für
maskuline Eleganz geworden. Die Krawatte ist das einzige
Kleidungsstück, in der Herrenmode, das keinen anderen Zweck hat, als
gut auszusehen.
Und doch: Während die Damenwelt sich
im Berufsleben auch in klassischen Männerberufen längst etabliert
hat und nach und nach sogar, wenn auch sehr langsam, in die
Vorstandsetagen und Parlamente einzieht, greifen Frauen auch nach
einem der letzten Privilegien des Mannes: der Krawatte.
Dabei ist diese Tendenz gar nicht
einmal so neu. Um 1900 trugen vor allem Frauenrechtlerinnen
demonstrativ Krawatte, um ihre Gleichberechtigung zu unterstreichen.
Und sich die Krawatte ihres Freundes oder Verlobten auszuborgen, galt
in den 20'er Jahren unter jungen Frauen als schick. Schauspielerinnen
wie Marlene Dietrich machten die Krawatte für Damen mit ihren Filmen
noch populärer.
Heutige feministische
Psychoanalytikerinnen sprechen gar von einer „symbolischen
Kastration“ des Mannes dadurch, dass die Frau sich das
„Phallussymbol Krawatte“ aneignet. Dies scheint dann doch stark
übertrieben. Festzustellen bleibt aber, dass die Krawatte in der
Damenmode angekommen ist.
Ursprünglich setzte sich die
Damenkrawatte
zunächst im Sport durch, genauer gesagt: im Reitsport. Denn zu einer
seriösen Reituniform sieht ein offener Blusenkragen einfach nicht
gut aus.
Doch nach und nach begann ihr
Siegeszug. Unternehmen im Servicebereich setzen mehr und mehr auf den
formschönen Binder, um ein einheitlicheres Auftreten von männlichem
und weiblichen Personal zu erzielen. Und auch auf Messen und bei
Promotionaktionen macht die Damenkrawatte langsam dem klassischen
Damenhalstuch Konkurrenz..
Immer öfter ist der schicke Binder
auch in der Freizeit zu sehen. Inzwischen haben die Hersteller
reagiert.Neben den klassischen – meist einfarbigen –
Messemodellen gibt es elegante Designs in floralen Mustern oder gar
mit Pailetten. Solche Halsschmuckstücke werten auch einen Hosenanzug
oder ein Kostüm auf. Und so werden wir in Zukunft vermutlich auch in
der Damenmode häufiger Krawatte sehen.
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