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Der Wandel unserer Zeit, insbesondere der Fortschritt in der
Medizin und die daraus resultierende stetig steigende Lebenserwartung, stellt
unsere sozialen Sicherungssysteme vor eine große Herausforderung. Die
Pflegeversicherung, welche aktuell durch eine Umlagefinanzierung gespeist wird,
kann wohl ohne eine Veränderung der Finanzierungsform nur noch kurze Zeit
existieren. Auch wenn die gesetzliche Pflegeversicherung schon heute nur einen
Teil der tatsächlichen Kosten deckt, die im Pflegefall tatsächlich aufzubringen
sind, so ist sie doch ein Sicherungsmechanismus der unabdingbar ist und unseren
Sozialstaat auszeichnet.
In der Wissenschaft gibt es verschiedene Thesen zur Veränderung
des Gesundheitszustandes im Alter und damit seiner impliziten Auswirkungen auf
die Finanzierungsbasis der Pflegeversicherung. Die drei verschiedenen Thesen,
Status quo Hypothese, Medikalisierungs- und Kompressionsthese kommen alle drei
zu unterschiedlichen Ergebnissen bezüglich des Gesundheitszustandes im Alter,
der sog. Prävalenzrate. Jedoch kann man aus allen dreien, verknüpft mit
überproportionalen Preisentwicklung im Gesundheitssektor, einen Anstieg der
Pflegeausgaben ableiten.
Steigende Pflegeausgaben, eine stetig steigende
Lebenserwartung und die starke Ausprägung der Pflegewahrscheinlichkeit in den
Lebensjahren ab 60 lassen hoffen, dass der neulich aufkommende Streit der
Koalition um die Erweiterung der gesetzlichen Pflegeversicherung um eine
kapitalgedeckte Variante, in Form einer verpflichtenden
Pflegezusatzversicherung, nicht ausartet und dieser Punkt des
Koalitionsvertrages von allen Vertragsparteien unterstützt und durchgeführt wird.
Die aktuelle gesellschaftliche Struktur der Bundesrepublik
macht eine Finanzierung der Pflegeversicherung, die komplett auf Umlage basiert
ist unmöglich. Nur durch eine Ausgliederung von Risiken, mittels einer
Teilkapitaldeckung, kann das junge System der Pflegeversicherung gerettet
werden und ein so wichtiges Sicherungsinstrument unseres Sozialstaates
langfristig und nachhaltig finanziert werden. Es bleibt nun abzuwarten wie die
Diskussion um die Ergänzung der Pflegeversicherung verläuft.
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