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Im Titel In der Beschreibung     Erweiterte Suche
Veröffentlicht : November 27, 2010 | Autor : dervolkswirt
Kategorie : Versicherungen | Bisher gelesen : 516

  

Der Wandel unserer Zeit, insbesondere der Fortschritt in der Medizin und die daraus resultierende stetig steigende Lebenserwartung, stellt unsere sozialen Sicherungssysteme vor eine große Herausforderung. Die Pflegeversicherung, welche aktuell durch eine Umlagefinanzierung gespeist wird, kann wohl ohne eine Veränderung der Finanzierungsform nur noch kurze Zeit existieren. Auch wenn die gesetzliche Pflegeversicherung schon heute nur einen Teil der tatsächlichen Kosten deckt, die im Pflegefall tatsächlich aufzubringen sind, so ist sie doch ein Sicherungsmechanismus der unabdingbar ist und unseren Sozialstaat auszeichnet.

In der Wissenschaft gibt es verschiedene Thesen zur Veränderung des Gesundheitszustandes im Alter und damit seiner impliziten Auswirkungen auf die Finanzierungsbasis der Pflegeversicherung. Die drei verschiedenen Thesen, Status quo Hypothese, Medikalisierungs- und Kompressionsthese kommen alle drei zu unterschiedlichen Ergebnissen bezüglich des Gesundheitszustandes im Alter, der sog. Prävalenzrate. Jedoch kann man aus allen dreien, verknüpft mit überproportionalen Preisentwicklung im Gesundheitssektor, einen Anstieg der Pflegeausgaben ableiten.

Steigende Pflegeausgaben, eine stetig steigende Lebenserwartung und die starke Ausprägung der Pflegewahrscheinlichkeit in den Lebensjahren ab 60 lassen hoffen, dass der neulich aufkommende Streit der Koalition um die Erweiterung der gesetzlichen Pflegeversicherung um eine kapitalgedeckte Variante, in Form einer verpflichtenden Pflegezusatzversicherung, nicht ausartet und dieser Punkt des Koalitionsvertrages von allen Vertragsparteien unterstützt und durchgeführt wird.

Die aktuelle gesellschaftliche Struktur der Bundesrepublik macht eine Finanzierung der Pflegeversicherung, die komplett auf Umlage basiert ist unmöglich. Nur durch eine Ausgliederung von Risiken, mittels einer Teilkapitaldeckung, kann das junge System der Pflegeversicherung gerettet werden und ein so wichtiges Sicherungsinstrument unseres Sozialstaates langfristig und nachhaltig finanziert werden. Es bleibt nun abzuwarten wie die Diskussion um die Ergänzung der Pflegeversicherung verläuft.




 

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