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Ein Besuch im Euro Disney Paris – 15 Jahre Euro Disney
Vor 15 Jahren bzw. etwas früher als die Pläne des
Disneykonzerns bekannt wurden, dass es einen Ableger der bereits erprobten
Freizeitparks des Konzerns auch in Europa geben sollte musste ich doch heftig
mit dem Kopf schütteln. Was für eine Idee?! Bis zu diesem Zeitpunkt gab es
einige wenige Freizeitparks in Deutschland und für Familienreisen in unser
nördliches Nachbarland Dänemark war natürlich ein Besuch im dortigen Legoland
gesetzt. Also war der Markt doch gut aufgeteilt, dachte ich. Mit den
vielen Bauarbeiten, die u. a. aus England kamen, wuchs das Projekt in der Nähe
von Paris auf der grünen Wiese. Bis heute ist ein Flughafenanschluss schwierig
bzw. nur durch Busshuttle möglich. Immerhin wurde die TGV-Trasse und die Metro nach
Vallée de Marne gelegt, so dass eine Anreise über öffentlichen Personenverkehr
möglich wurde. Nach der Eröffnung 1992 hörte man gruseliges, über schlampig
verarbeitete „Kinderträume“ wie dem Schneewittchenschloss und ähnlichem. Diese Kinderkrankheiten wurden beseitigt und das Projekt
wuchs vor sich hin. Es kann nicht so schlecht angelaufen sein, einmal weil es
immer noch besteht, und zum anderen weil der Radius der Besucher doch
auffallend groß geworden ist. Das Konzept neben dem Freizeitpark auch gleich
noch für alle Preisklassen Hotels zu bauen und anzubieten hat sich als
tragfähig erwiesen. Natürlich kommen auch Tagesgäste oder Schulklassen, aber
die Familien mit Kindern, die gleich mehrere Tage dort bleiben und deren Radius
nur durch Hotel, Freizeitpark und Flughafen oder Zugstation markiert ist, dort
die Regel. Natürlich muss man die heile Disneywelt mögen und auch
Freizeitparks im Allgemeinen. Aber ist diese Entscheidung einmal gefallen, kann
man sich dem Zauber über Tage eines Aufenthaltes betrachtet wirklich kaum
entziehen. Gute Inszenierungen, die Organisation der Abläufe topp und immer
wieder schlüssige Erzählstränge, die es vereinfachen in die vier Welten des
Hauptparks oder der Filmwelt der Disneystudios einzutauchen. Die Platzierung
der über 50 Shops mit Merchandisingartikeln aus der Disneywelt ist gekonnt gemacht und erfindet sich
immer wieder neu, so dass zwar die Ermühdung über kaufen zu können irgendwann
einsetzt, aber auch das „Entdecken“ von „besonderen“ Artikeln die dem
individuellen Interesse entsprechen findet wirklich ab und zu statt. Billig ist
der Aufenthalt dort nicht und auch die Bonusangebote Übernachtung und Eintritt
in den Park sind nicht extrem günstig. Aber auf die Einzelpreise umgelegt, sind
die Specials dann doch deutlich günstiger. In Paris als Urlaubs- oder
Aufenthaltsort auszuweichen, ist aufgrund der Metropreise und der deutlich
gestiegenen Hotelkosten keine Alternative mehr. Man muss es mögen, wie gesagt
und billig ist es nicht, aber das ist kein Freizeitpark in Europa mehr. Das
Publikum ist International und viele Familien vor allem aus Spanien haben in
diesem Jahr das Angebot Kinder unter 7 Jahre frei genutzt. Zwar war für die
Kleinen weniges an Fahrgeschäften interessant, aber das „Anfüttern“ mit den
Disneycharakteren und dem Disney-Way-of- Entertain wird langfristig Früchte
tragen. Stimmig waren die Inszenierungen sei es der Geburtstag selber,
Helloween oder Winter. Einmal im Leben reicht bestimmt, bei zwei Kindern ist
zweimal wohl gesetzt, aber wenn ist es ein Erlebnis, wenn man Disney mag.
Klaus Gerdheimer service@medienshop.de
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