|
Mit Einsetzen der industriellen Gesellschaft und dem damit
verbundenen sozialen Elend begründete Charles Darwin die Evolutionstheorie. Der
sich daraus entwickelnde Sozialdarwinismus war geprägt von der Angst, der
menschliche Körper könnte degenerieren, sobald man die natürliche Auslese in
einer industriellen Gesellschaft ausschaltet. Sportbekleidung war zuvor wohl
eher in Form von schwimmtauglicher Badebekleidung und Turnanzügen gebräuchlich.
Immerhin waren die meisten Berufe der Vergangenheit schon stark auf körperliche
Arbeit ausgerichtet. Man brauchte keine exklusive Sportbekleidung, sondern hatte
ja seine Arbeitskleidung. Doch die Industrialisierung mit Einführung von
Telefon, Eisenbahn und Arbeitsmaschinen im großen Stil machte den
Arbeitseinsatz der Menschen in Form von hohem körperlichen Kraftaufwand
zunehmend überflüssig. Der Sport entwickelte sich nun zu einer bewussten
gesundheitlichen Vorbeugungsmaßnahme, die der Verweichlichung des Körpers
entgegenwirken sollte. Die zunehmende Beliebtheit des Sportes ließ auch die
Variationen von Sportbekleidung deutlich ansteigen.
Turnen ist längst nur noch eine Sportart von vielen. Sport
generell gilt als erstrebenswertes Ziel des modernen und gesunden Menschen. Da
sich Sport jedoch in alle möglichen körperlichen Bewegungseinheiten aufgeteilt
hat und selbst schnelles Gehen als ‚Walken‘ zur Sportart erhoben wurde wirkt
die Versportung der modernen Gesellschaft laut neusten Experteneinschätzungen eher
entsportend. Sportbekleidung zu tragen lässt den Anschein aufkommen, man sei
sportlich aktiv. Sportbekleidung wird darüber hinaus zur beliebten
Freizeitkleidung. Insbesondere die Grenzen zwischen Sport und Wellness sind
fließend. Für Yoga-Skeptiker macht spezielle Sportbekleidung aus einer
Dehnübung eine erfolgreiche Sportart. Doch egal ob man derartige Übungen nun
als ver- oder entsportend betrachtet, so ist gibt es doch für jede Bewegungsart
eine entsprechend für sie entwickelte Sportbekleidung. Die richtige Sportbekleidung
hilft dem Sportler sich möglichst wohlzufühlen, indem sie extra für die
jeweilige Bewegungsart konzipiert wurde und die Bewegungsabläufe somit optimal
unterstützt.
|