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„Ich habe keine Zeit!“
Wie oft habe ich diesen Satz schon gesagt. Zeitmangel, typisches Frauenproblem.
Die Worte, wie „Mama, kannst du mal eben…“, oder „Schatz, ich bräuchte mal…“,
verfolgen mich tagtäglich. Knopf annähen, Hausaufgaben kontrollieren, Aufsatz
lesen, Anzug aus der Reinigung holen und, und, und. Dabei sehne ich mich so
sehr nach ein wenig Auszeit. Die Badezimmertür abschließen und ein langes Bad
nehmen, Buch lesen, mit Freundinnen was trinken gehen, ins Fitnessstudio, es
würden mir noch viel mehr Sachen einfallen, die ich so gerne machen würde. Die
Realität sieht leider nicht so spannend aus. Nach dem der Wecker geklingelt
hat, aufstehen, die morgendliche Schönheitspflege begrenzt sich auf Zähne
putzen, Gesicht waschen und schnell eincremen, Wimperntusche drauf (ganz ohne
fühle ich mich nicht wohl), Kinder wecken, Frühstück machen, und dann hoppla
hopp schnell ins Büro. Sogar das Fingernägel-Lackieren fällt auf die
Mittagspause. Und nachmittags geht’s auch noch weiter: Schnell einkaufen,
Wäsche waschen, wieder Essen machen. Dann bin ich froh, wenn ich es pünktlich
zum Abend-Fernsehprogramm schaffe.
So geht es in
Deutschland auch Zig-Tausenden anderen berufstätigen Frauen und Müttern. Dabei
dürfen der Mann und die Kinder auf keinen Fall vor dem Fernseher oder Computer
gestört werden. Die Untersuchungen des statistischen Bundesamtes haben
erwiesen, dass berufstätige Familienfrauen viereinhalb Stunden täglich im
Haushalt arbeiten, wobei der Mann nur eineinhalb Stunden schafft. Da haben auch vier Jahrzehnte Emanzipation
nichts daran ändern können. Jeder hat im Haus ein eigenes Zimmer, die Kinder
ihre Kinderzimmer, der Mann sein Arbeitszimmer und wo hat die Frau ihre
Rückzugsmöglichkeit? „Wie so? Du hast doch das ganze Haus für dich,“ bekommt
die Frau dann zu hören.
Da ist ein guter Rat
teuer. Oh, tschuldigung….billig. Durch Aufgaben delegieren gewinnt man (Frau)
an Zeit. Verteilen Sie Aufgaben, die im Haushalt zu erledigen sind, auch auf
andere Familienmittglieder. Jeder bekommt Aufgaben zugeteilt, die seinem Alter
entsprechen und die er (schon, oder auch noch) erledigen kann. Müll wegbringen,
die eigenen Schuhe putzen, spülen, Tisch decken, Zimmer aufräumen. Ein
Familienrat sollte diese Aufgaben gerecht aufteilen, und dann auch das
Erledigen kontrollieren. Jetzt ist nur Durchhalten angesagt. Befreien Sie sich
von „Omas Weisheit“, dass Frauen sowieso
alles besser und schneller können. Dabei sollten Sie sich allerdings die
Bemerkungen, dass die Handtücher nicht richtig gefaltet sind, oder die Gabel
auf dem gedeckten Tisch rechts liegt, lieber verkneifen. Nur so verschaffen Sie
sich Respekt, und wenn Sie noch ein bisschen Lob oben drauf legen,
erledigen der Mann und der Nachwuchs
ihre Aufgaben mit der Zeit immer besser und lieber. Wenn Sie sie ständig
ermahnen und verbessern, verdirbt das irgendwann mal die beste Laune. Und ein
wenig kreatives Chaos hat noch keinem Haushalt geschadet.
Danach bleibt
sicherlich ein wenig Zeit für Sie ganz allein. Schaffen Sie sich im Haus einen
Platz, der nur Ihnen gehört, wo nur Ihre persönlichen Sachen liegen. Hier
können Sie einen ungestörten Telefonplausch mit der Freundin halten oder ein gutes Buch lesen.
Und wenn es um die
Planung des Familienurlaubs geht, räumen Sie von vorne rein Freiräume für sich
ein. Nehmen Sie sich auch im Urlaub
einen Nachmittag von der Familie frei und gehen Sie in einen Wellness Shop oder
zu einer Beautyfarm. Nutzen Sie die Wellnessangebote und lassen Sie sich
verwöhnen. Masken, Massagen, Bäder, Yoga, Entspannungsübungen, hier werden
keine Grenzen gesetzt. Schließlich haben Sie das ganze Jahr über andere
verwöhnt. Jetzt sind Sie mal dran!
Und der Nebeneffekt ist
der beste, Ihr Mann und die Kinder werden Sie
dafür lieben. Eine entspannte und gut gelaunte Ehefrau, die immer ein
Lächeln aufs Gesicht zaubern kann und eine Mama, die immer ein offenes Ohr für
die Probleme der pubertierenden Teenager hat, ist jedem tausendmal lieber als
eine abgehetzte Frau und Mutter.
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