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Die Anfänge der Fliegerei waren nicht
nur von technischen Meisterleistungen, was die Flugzeugkonstruktion
und die Ingenieurskunst angeht, geprägt. Auch Bereiche, in denen es
im ersten Moment nicht unbedingt auf der Hand liegt, sind durch die
Luftfahrtpioniere geprägt worden. Zum Beispiel die Uhrmacherei. Die
erste Armbanduhr für Männer geht auf die Zeit der ersten Flugversuche
zurück. Allerdings nicht, wie viele vermuten würden, auf die Motorfliegerei
– der Ballonfahrer Alberto Santos-Dumont hat die erste, echte Fliegeruhr
in Auftrag gegeben.
Gefertigt wurde sie von keinem Geringeren
als Louis Cartier. Allerdings hatten diese Exemplare wenig mit Schmuck
zu tun. Im Vordergrund stand die Funktionalität. Die Mechanik musste
den Belastungen in der Luft stand halten. Das Ziffernblatt sollte immer
schnell und gut ablesbar sein. Aus diesem Grund waren die ersten Uhren
mit einem schwarz – weißen Ziffernblatt ausgestattet. Um auch nachts
verwendet werden zu können, wurden die Zeiger und Ziffern mit einem
radioaktiven Material versehen, welches im Dunkeln fluoreszierte. Die
Kombination aus langen Armbändern und einer griffigen, ungewöhnlich
großen Krone, ermöglichte das Tragen der Uhr über der ledernen Fliegerkombination.
Der Gebrauch solcher Uhren im Cockpit
sollte allerdings nicht lange anhalten. Schon früh begannen die Flugzeughersteller,
die Innenverkleidung der Pilotenkanzel mit den notwendigen Instrumenten
auszustatten. Dazu gehörten auch Chronographen. Die kurze Zeitspanne
hatte aber ausgereicht, um den Fortbestand der Armbanduhren zu sichern.
Anfänglich war das Tragen der Uhr am Handgelenk bei Männern verpönt
und Frauen vorbehalten. Als Symbol für die Moderne und den technischen
Fortschritt stieg die Akzeptanz dramatisch an. Die Fliegeruhr wurde zum Statussymbol und verstärkte das
Bild der romantisch, abenteuerlichen Fliegerei. Bis heute hat sich daran
nichts geändert.
Rene Petzold, schellerhauer(at)googlemail.com
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