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Was für eine Hochspannung?! Bereits Tage vor unserem Geburtstag konnten wir es kaum erwarten, haben Nächte lang nicht geschlafen und die einzige Frage, die uns beschäftigte war: Was gibt es für Geschenke zum Geburtstag? Der große Tag war endlich gekommen, im Normalfall erfüllten sich auch unsere Geschenkewünsche, aber das Schönste daran war die besondere Aufmerksamkeit, die wir an diesem Tag auf uns zogen. Die Familie sang bereits in der Früh ein Geburtstagsständchen, auf dem Weg zur Schule erhielten wir die ersten Gratulationen und auch dem Klassenlehrer fiel sofort auf: Mensch, da hat doch jemand Geburtstag, und die Klasse stimmte ein weiteres Happy Birthday an. Im Optimalfall gab es dann noch hausaufgabenfrei und der Tag war perfekt.
Dieses Gefühl aus unserer Schulzeit haben wir bis heute mitgenommen, das Verlangen an unserem Geburtstag ganz besonders behandelt zu werden, schließlich hat das doch früher auch geklappt. Start frei in unseren Geburtstag, 20 Jahre später. 6 Uhr, der Wecker klingelt, das ganze Haus schläft und wir müssen in die Arbeit. Gut, zu erwarten, dass uns an unserem Ehrentag jemand das Frühstück zubereitet, wäre dann vielleicht doch etwas zu viel verlangt. Kurz noch ein Kaffee und schon geht's ab in die Arbeit. Raus aus der Garage, rauf auf die Straße und ...quietsch…puh das war knapp. Da nimmt uns doch jemand glatt die Vorfahrt und das obwohl wir heute doch Geburtstag haben. Aha, ertappt! Der erste Rückfall in alte Erinnerungen. Voller Erwartungen fahren wir in die Arbeit, noch kurz vorbei bei der Sparkasse, wir wollen uns ja schließlich nicht lumpen lassen und uns bei einem Geschenk der Kollegen erkenntlich zeigen. Von wegen! Der Chef ist schlecht drauf und kaum sind wir in der Firma haben wir bereits den ersten Anschiss kassiert und einen Stapel voll Arbeit auf dem Tisch. Gut, als Chef darf man den Geburtstag der Mitarbeiter schon mal vergessen, aber solange auf die Kollegen Verlass ist!? Mittagspause, Kantine, wir sitzen gemütlich in der Runde und keiner macht auch nur im Entferntesten den Anschein, an unseren Geburtstag zu denken. Unser bester Kollege erkundigt sich noch was wir heute Abend machen, und nachdem wir ihm mitteilen dass wir den Abend mit der Familie verbringen, weil wir heute GEBURTSTAG haben, stürmt die ganze Kantine auf uns zu. „Gestern hab ich noch dran gedacht" oder „Hättest Du doch was gesagt" sind dann die typischen Ausreden. Anschließend folgen dann noch die so genannten Alibigratulationen von Leuten, die wir selber gar nicht kennen.
Wir bringen dann den Tag auch mehr recht als schlecht rum in der Hoffnung, dass er ein schnelles Ende findet. 17 Uhr, Feierabend und passend zum Tag fängt es jetzt noch an zu regnen. Wo ist es geblieben, dieses Erlebnis Geburtstag, an dem sich alles nur um uns dreht. Wir fahren nach Hause mit einem kleinen Quäntchen Hoffnung im Kofferraum auf unsere Familie. Daheim angekommen findet ein enttäuschender Tag dann doch noch sein versöhnliches Ende. Die Familie wartet bereits und gratuliert mit dem ersten Geburtstagsständchen des Tages. Endlich ist es wieder da, das Gefühl das einzig Wichtige an diesem Tag zu sein und wir genießen diesen Moment in vollen Zügen. Das ist das schönste Geburtstagsgeschenk an so einem Tag. Die komplette Aufmerksamkeit unserer Familie.
Oliver Handke OHandke@yourwebservice.de
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