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Veröffentlicht : April 03, 2009 | Autor : AlexanderEhrlich
Kategorie : Auto und Verkehr | Bisher gelesen : 852

  

Stammen Fiaker Kutschen aus Wien?

Wenn es darum geht, woher der Fiaker ursprünglich stammt, findet sich oft die Behauptung, der Fiaker sei in Wien erfunden worden. Diese Ansicht ist nicht weiter verwunderlich, ist doch der Fiaker ebenso wie das Wiener Riesenrad, der Stephansdom oder das Schloß Schönbrunn eines der klassischen Wahrzeichen der Stadt Wien. Dennoch ergibt sich bei genauerer Nachfrage ein etwas anderes Bild:

Vom Tragsessel zur Fiakerkutsche

Bis ins 17. Jahrhundert standen in Europa Kutschen nur begüterten Personen zur Verfügung. Wer mit einer Kutsche reisen wollte, der mußte einen eigenen Fuhrpark unterhalten, Kutscher beschäftigen und die Pferde das ganze Jahr über füttern, pflegen und medizinisch versorgen. Für einzelne Strecken von A nach B stand hingegen ein anderes Transportmittel zur Verfügung, der Tragsessel. So wie heute ein Taxi, konnte man Tragsessel an bestimmten Standplätzen besteigen und sich von den Sänftenträgern an sein Ziel befördern lassen. Dies bot den Vorteil, daß man in den meist schmalen Straßen der alten Städte auch im dichten Verkehrsgetümmel gut vorankam, insbesondere weil die Sänftenträger für ihre Rücksichtslosigkeit bekannt waren, und ihnen die Menge tunlichst auswich. In Wien nannte man Sänftenträger deshalb auch liebevoll "Stadtrösser".
Die Idee, auch eine Kutsche für einzelne Fahrstrecken anzubieten, hatte im Jahr 1662 der französische Pferdehändler Nicolas Souvage. Die von ihm betriebenen Lohnkutschen hatten ihren ersten Standplatz in der Rue de Saint Fiacre in Paris, daher wurden sie schon bald im Volksmund kurz "Fiacre" genannt. Und als sie von Paris aus in ganz Europa Einzug hielten, wurde der französische Name in die jeweiligen Sprachen übertragen, im Deutschen ergab sich daraus die Bezeichnung "Fiaker".

Fiakerkutschen heute - in Österreich und anderswo

Während im norddeutschen Sprachraum der aus dem Russischen stammende Begriff "Droschke" bald gebräuchlicher wurde, spricht man in Bayern und Österreich heute noch von Fiaker Kutschen. Insbesondere in Österreich sind die Fiakerkutschen ein beliebtes Beförderungsmittel für Touristen und aus dem Stadtbild von Wien, Salzburg und Innsbruck nicht wegzudenken. Darüberhinaus erfüllen die Wiener Fiaker auch eine wichtige Funktion als nostalgisches Transportmittel für Veranstaltungen, Events und Hochzeiten in Österreich. Außerhalb von Österreich findet man Fiaker auch in einigen Städten Deutschlands, beispielsweise in Weimar. Und auch in einigen Städten der alten Habsburgermonarchie, die heute nicht zu Österreich gehören, können Fiakerkutschen für Rundfahrten und Transfers benutzt werden.

AUTOR: Alexander Ehrlich, redaktion@qualityguide.at




 

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