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Im Titel In der Beschreibung     Erweiterte Suche
Veröffentlicht : December 17, 2007 | Autor : SaburoSakai
Kategorie : Kunst und Kultur | Bisher gelesen : 935

  

Nur wenige Städte Ostdeutschlands genießen einen ähnlichen Ruf wie die Uhrmacherstadt Glashütte in Sachsen. Dabei beginnt die Stadtgeschichte mit dem Bergbau. Um 1445 wird der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Reiche Erzfunde in der Umgebung beflügeln die Entwicklung der Ortschaft. Bereits nach gerade einmal 50 Jahren erhält Glashütte das Stadtrecht. Aus dieser Zeit sind rund um das Stadtzentrum viele Silbergruben belegt. Über hunderte Jahre hinweg dominiert der Bergbau das Stadtbild, bis es im 19. Jahrhundert schließlich zum Erliegen der Grubentätigkeit kommt. Die Lagerstätten im Umland der Stadt sind weitgehend ausgeerzt und die Erträge der Gruben sinken von Jahr zu Jahr bedrohlich ab. In gleichem Maße verschlechtert sich die Situation für die Bewohner der Stadt.  

1845 folgt der Uhrmacher Ferdinand Adolph Lange dem Aufruf des sächsischen Königs und gründet eine Uhrenmanufaktur in Glashütte. Er erhielt hierfür eine Anschubfinanzierung von 7000 Gulden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelang es Lange, erfolgreich die Uhrenproduktion aufzunehmen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren vor allem Taschenuhren gefragt. Armbanduhren, wie sie heute getragen werden, erblickten erst Anfang des 20. Jahrhunderts die Welt. Unter Führung Adolph Langes erlebte Glashütte einen zweiten Frühling. Er sorgte nicht nur für den wirtschaftlichen Aufschwung der Region, sondern trug maßgeblich zur Verbesserung der Uhrmacherei bei. Viele moderne Techniken und Fertigungsschritte haben ihren Ursprung in seinem Wirken.  

Lange hinterließ seinen Söhnen ein Unternehmen, welches in der Welt der Uhren ein hohes Ansehen genoss. Die Erfolgsgeschichte der Stadt sollte sich aber über seinen Tod hinaus fortsetzen. Die Söhne Emil und Richard führten das Unternehmen mit Geschick und Blick für die wichtigen Dinge der Uhrmacherkunst weiter. Innerhalb weniger Jahre gelangte der Name „A. Lange & Söhne“ zu Weltruhm. Selbst der deutsche Kaiser ließ sich eine Taschenuhr fertigen. Damit nicht genug, konnte Emil Lange eine besonderes Werkstück aus der Uhrenmanufaktur zur Weltausstellung in Paris präsentieren.  

Das Ende des 2. Weltkrieges und die Regierung der SED bedeuteten das Aus für eines der traditionsreichsten deutschen Uhrmacherunternehmen. 1948 musste die Familie Lange mit ansehen, wie 100 Jahr Familiengeschichte in staatlichen Besitz übergingen. Mit der Wiedervereinigung 1990 wurde in Glashütte eine alte Tradition wieder belebt. „A. Lange & Söhne“ haben den Weg zu ihren Wurzeln zurück gefunden und produzieren in Sachsen wieder Luxusuhren.      




 

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