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Nur wenige Städte Ostdeutschlands
genießen einen ähnlichen Ruf wie die Uhrmacherstadt Glashütte in
Sachsen. Dabei beginnt die Stadtgeschichte mit dem Bergbau. Um 1445
wird der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Reiche Erzfunde in der Umgebung
beflügeln die Entwicklung der Ortschaft. Bereits nach gerade einmal
50 Jahren erhält Glashütte das Stadtrecht. Aus dieser Zeit sind rund
um das Stadtzentrum viele Silbergruben belegt. Über hunderte Jahre
hinweg dominiert der Bergbau das Stadtbild, bis es im 19. Jahrhundert
schließlich zum Erliegen der Grubentätigkeit kommt. Die Lagerstätten
im Umland der Stadt sind weitgehend ausgeerzt und die Erträge der Gruben
sinken von Jahr zu Jahr bedrohlich ab. In gleichem Maße verschlechtert
sich die Situation für die Bewohner der Stadt.
1845 folgt der Uhrmacher Ferdinand
Adolph Lange dem Aufruf des sächsischen Königs und gründet eine Uhrenmanufaktur
in Glashütte. Er erhielt hierfür eine Anschubfinanzierung von 7000
Gulden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelang es Lange, erfolgreich
die Uhrenproduktion aufzunehmen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
waren vor allem Taschenuhren gefragt. Armbanduhren, wie sie heute
getragen werden, erblickten erst Anfang des 20. Jahrhunderts die Welt.
Unter Führung Adolph Langes erlebte Glashütte einen zweiten Frühling.
Er sorgte nicht nur für den wirtschaftlichen Aufschwung der Region,
sondern trug maßgeblich zur Verbesserung der Uhrmacherei bei. Viele
moderne Techniken und Fertigungsschritte haben ihren Ursprung in seinem
Wirken.
Lange hinterließ seinen Söhnen
ein Unternehmen, welches in der Welt der Uhren ein hohes Ansehen genoss.
Die Erfolgsgeschichte der Stadt sollte sich aber über seinen Tod hinaus
fortsetzen. Die Söhne Emil und Richard führten das Unternehmen mit
Geschick und Blick für die wichtigen Dinge der Uhrmacherkunst weiter.
Innerhalb weniger Jahre gelangte der Name „A. Lange & Söhne“
zu Weltruhm. Selbst der deutsche Kaiser ließ sich eine Taschenuhr fertigen.
Damit nicht genug, konnte Emil Lange eine besonderes Werkstück aus
der Uhrenmanufaktur zur Weltausstellung in Paris präsentieren.
Das Ende des 2. Weltkrieges
und die Regierung der SED bedeuteten das Aus für eines der traditionsreichsten
deutschen Uhrmacherunternehmen. 1948 musste die Familie Lange mit ansehen,
wie 100 Jahr Familiengeschichte in staatlichen Besitz übergingen. Mit
der Wiedervereinigung 1990 wurde in Glashütte eine alte Tradition wieder
belebt. „A. Lange & Söhne“ haben den Weg zu ihren Wurzeln zurück
gefunden und produzieren in Sachsen wieder Luxusuhren.
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