Am 31. Oktober, wenn sich das Jahr langsam aber unaufhaltsam dem Ende zuneigt, wird der Reformationstag von den evangelischen Kirchen als Feiertag begangen. Dieser Tag geht auf das Jahr 1517 zurück, wo der Theologieprofessor Martin Luther einen Tag vor dem Feiertag Allerheiligen 95 Thesen über die Themen Buße und Ablaß an die Schlosskirche in Wittenberg geschlagen haben soll. In den neuen deutschen Bundesländern ist dies ein offizieller gesetzlicher Ferientag, das heißt, an diesem Tag wird überall die Arbeit niedergelegt. Gerade die Zeit um die Totenfeiertagen wie Allerseelen oder Allerheiligen, die Anfang November kurz nach dem Reformationstag gefeiert werden, ist eine besondere Stimmung auf den Friedhöfen in Städten und auf dem Land anzutreffen. Die Gräber der geliebten Verstorbenen werden für diese Feiertage von verwelkten Blumen des Sommers befreit. Es werden Bäume und Sträucher geschnitten und die ein oder andere Winterfeste Pflanze zur Schmückung der letzten Ruhestätte gepflanzt. Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Pflege der
Grabsteine. Wenn die Schrift auf einem
Grabstein so stark verblasst ist, dass nicht mehr zu erkennen ist, wer hier seine letzte Ruhe gefunden hat, ist dies für das Andenken des Verstorbenen nicht förderlich. So müssen in regelmäßigen Abständen die Inschriften auf den Steinen erneuert werden, oder abgeplatzte Ecken und Kanten repariert werden. Unter Umständen ist auch die Anschaffung eines komplett neuen
Grabsteins nötig, falls der alte nicht mehr die äußere Form besitzt, das Grab des Verstorbenen in angemessener Art und Weise zu repräsentieren. Zu den Totenfeiertagen sollen die Grabstätten noch mal in aller Pracht erstrahlen, oft ist diese Zeit die letzte in einem Jahr, wo viele Besucher den Friedhof besuchen, da in den Wochen danach die kalte Jahreszeit einem Besuch hinderlich entgegensteht.