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Klimawandel,
Umweltgesetze und nicht zuletzt das Kaufverhalten der Konsumenten
machten es möglich: Die Wirtschaft wird grün – jedenfalls in den
westlichen Industrie-Nationen. Dort wollen 82 Prozent der
Marketing-Verantwortlichen künftig verstärkt umweltverträgliche
Produkte und nachhaltiges Wirtschaften kommunizieren. Das Internet
und die Printmedien sind dabei die bevorzugten Info-Kanäle für
Green Marketing-Botschaften.
„Umweltschutz
und Wirtschaft stehen einander längst nicht mehr feindlich
gegenüber, sondern haben sich in vielen Bereichen eng verzahnt“,
betont Collin Scholz von der Kommunikations-Beratung Pilot:Projekt
GmbH,
Hannover. Dabei gründe diese Entwicklung weniger in moralischen,
denn in marktwirtschaftlichen Überlegungen: „Wohl durchdacht und
konsequent umgesetzt, verheißen grüne Geschäftsmodelle
Wettbewerbsvorteile und somit wachsende Umsätze. Folglich steigt in
vielen Unternehmen das Interesse an intelligenten Green
Marketing-Strategien“, sagt Scholz und verweist auf die gemeinsame
Studie der US-amerikanischen Wirtschafts-Publikationen Environmental
Leader
und MediaBuyerPlanner.
Im Rahmen dieser breit angelegten Befragung wollten die Redakteure
von den Marketing-Verantwortlichen großer und mittelständischer
Unternehmen aus den USA und Westeuropa wissen: Ist Green Marketing
nur eine kurzlebige Mode-Erscheinung, oder entwickelt es sich zum
Standard-Instrument wirksamer Vermarktung?
Dabei
zeigte sich: 33 Prozent der Marktexperten halten Green Marketing für
wirksamer als die klassischen Marketing-Ansätze, 60 Prozent für
mindestens gleichwertig. Lediglich sieben Prozent der Befragten
bewerten Green Marketing-Maßnahmen als weniger effektiv. Daraus
ziehen die Marketing-Manager klare Konsequenzen: 82
Prozent wollen die Budgets im Bereich Green Marketing erhöhen.
Wichtigster
Informationskanal für grüne Botschaften ist dabei das Internet. 75
Prozent der Befragten bewerten das Web als Top-Medium für Green
Marketing. Auf den Plätzen zwei und drei rangieren Printmedien (50
Prozent) und das Direkt-Marketing (40 Prozent).
Mit
deutlichem Abstand folgen
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Freiluft-Veranstaltungen (acht Prozent),
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Radio- und TV-Werbung (jeweils sieben Prozent) sowie
-
Botschaften über das Mobiltelefon (sechs Prozent).
Den
Hauptgrund für diese zunehmende Ökologisierung der Wirtschaft sieht
Eva Pilot, Mitglied der Geschäftsleitung von Pilot:Projekt, in dem
zunehmenden Druck, den Umweltgesetze und Konsumenten auf die
Unternehmen ausüben. „Beim Thema Umwelt- und Klimaschutz haben
Bewusstsein und Meinung der Endverbraucher eine Marktbedeutung
erlangt, welche die Mehrheit der Unternehmen nicht mehr ignorieren
kann.“ In diese Richtung weisen auch die Ergebnisse einer aktuellen
Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) unter
Führungskräften im Einkauf des verarbeitenden Gewerbes. Als Gründe
für das Etablieren und Beachten ökologischer Standards gaben 76
Prozent der Befragten gesetzliche Regelungen an, 69 Prozent verwiesen
auf veränderte Kundenwünsche. Denn laut Meinung der Manager halten
80 Prozent ihrer Kunden umweltfreundliche und unbelastete Produkte
für wichtig und wünschenswert.
„Das
zeigt: Der Wert von Green Marketing liegt nicht zuletzt in seiner
gesellschaftspolitischen Komponente“, erklärt PR-Berater Collin
Scholz. „Wer tatsächlich Wert auf Nachhaltigkeit legt, wer
tatsächlich umweltverträgliche Fertigungsprozesse installiert und
wer tatsächlich umweltfreundliche Produkte anbietet, der verknüpft
ein rein wirtschaftliches Interesse mit einem politischen Anliegen,
das in der Gesellschaft heute auf positive Resonanz stößt.“ Daher
sei professionelles Green Marketing zweifellos ein Erfolgsfaktor.
Zugleich
warnt Eva Pilot die Verantwortlichen der Unternehmen davor, von
diesem Trend profitieren zu wollen, ohne auf den Gebieten der
Nachhaltigkeit oder des Klima- und Umweltschutzes substanzielle
Erfolge vorweisen zu können: „Wer bei diesem sensiblen Thema nur
Green Washing betreibt, also die Konsumenten mit falschen
Behauptungen hinters Licht führen will, muss mit heftigen
Konsequenzen rechnen, die in einem PR-Gau enden können.“
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