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Zuerst wird auf die Entstehung des Gabelstaplers eingegangen. Danach geht es um die Funktionsweise und Technik. Am Ende wird der Gabelstapler in der heutigen Zeit behandelt

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Im Titel In der Beschreibung     Erweiterte Suche
Veröffentlicht : November 26, 2010 | Autor : R.Bonjey
Kategorie : Sonstiges | Bisher gelesen : 1086

  

Unter Umständen sind Industriekletterer Ihnen schon einmal aufgefallen, wenn sie – an einem Seil hängend – Arbeiten in schwindelerregender Höhe ausführen. Die auch als Fassadenkletterer oder Gewerbekletterer bekannten Industriekletterer sind moderne Höhenarbeiter, die mit Hilfe der Seilunterstützten Zugangstechniken Arbeiten an Gebäuden oder Industrieanlagen in großer Höhe durchführen. Immer dann, wenn die Gegebenheiten vor Ort den Einsatz konventioneller Verfahren zur Durchführung von Höhenarbeiten nicht zulassen, weil das Arbeitsfeld für einen Kran unzugänglich oder für ein Gerüst zu hoch liegt, ist der Einsatz von Industriekletterern zwingend notwendig. Manchmal ist der Einsatz konventioneller Mittel auch theoretisch möglich, aus Kostengründen aber nicht sinnvoll. In diesem Fall sind Industriekletterer eine kostengünstige Alternative. Gerade, wenn der Umfang der durchzuführenden Arbeiten eher gering ist, macht es keinen Sinn, einen teuren Kran zu mieten oder mit großem Zeitaufwand ein Gerüst aufzustellen. Egal, ob der Einsatz von Industriekletterern die einzige Lösung für das Problem in großer Höhe ist, oder ob Ihr Einsatz aus Kostengründen erfolgt, in jedem Fall werden Ihre Höhenarbeiten von Industriekletterern schnell und zuverlässig ausgeführt.

Der Anblick, den Industriekletterer bieten, wenn sie in großer Höhe, an einem Seil hängend die notwendigen Arbeiten durchführen, erinnert im ersten Moment an Sportkletterer aus dem alpinen Bereich. Bis auf die Verwendung eines Seils haben Industriekletterer aber nicht viel mit diesen gemein. Industriekletterer begeben sich nicht in schwindelerregende Höhe, weil sie ein persönliches Ziel verfolgen, sportlicher Erfolg spielt für sie keine Rolle, ihre Motivation ist die Lösung eines infrastrukturellen Problems. Auch in der Vorgehensweise unterscheidet sich der Industriekletterer wesentlich vom Sportkletterer. Während Sportkletterer von unten ihr Ziel erklimmen, nähern sich Industriekletterer ihrem Ziel in den meisten Fällen durch Abseilen von oben an.

Einsatzmöglichkeiten für Seilunterstützte Zugangstechniken

Die mit SZT abgekürzten Seilunterstützten Zugangstechniken fassen alle Arten von Höhenarbeiten zusammen, die mit Seilunterstützung ausgeführt werden. Durch die Anwendung dieses modernen, flexiblen Verfahrens zur Arbeitsplatzpositionierung, können Industriekletterer sämtliche Arbeiten durchführen, die in großer Höhe anfallen. Gängige Beispiele für ihre Einsatzbereiche sind:

  • Montage- und Wartungsarbeiten an Industrie- und Windkraftanlagen, an Glas- und Stahlkonstruktionen sowie an hohen Büro- oder Wohngebäuden
  • Gebäudereinigung im Außenbereich (z.B. an Fassaden, Glasflächen, Dächern und Dachrinnen)
  • Holzschutzarbeiten und Dachreparaturen (vor allem bei alten Kirchen- oder Fachwerkgebäuden)
  • Sanierungsarbeiten an Fassaden und Schornsteinen
  • Aufbringen von Anstrichen zum Korrosionsschutz
  • Montagearbeiten sowie Arbeiten zur Personen- und Materialsicherung im Rahmen von Großveranstaltungen und Filmproduktionen
  • Erstellung von Baugutachten und Fotodokumentationen
  • Anbringung von Großplakaten und anderen Werbeträgern
  • Schädlingsbekämpfung (Montage von Vorrichtungen zur Vogelabwehr)

Die Ausrüstung des modernen Höhenarbeiters

Die Qualitätsstandards, denen die Ausrüstung eines Industriekletterers entsprechen muss, ist heute in strengen Normen festgelegt. Vorgeschrieben ist zusätzlich, die Ausrüstung  einmal im Jahr von einem Gutachter für Schutzausrüstungen auf eventuelle Mängel oder Schäden hin prüfen zu lassen. Diese Verfahrensweise soll die größtmögliche Arbeitssicherheit von Höhenarbeitern gewährleisten und ist nicht übertrieben, denn an jedem Seil das zur Durchführung von Höhenarbeiten benutzt wird, hängt immer ein Menschenleben.

Im Wesentlichen besteht die Ausrüstung der Industriekletterer aus Chemiefaserseilen, Abseilgeräten (selbstbremsend oder standard), Anschlagelementen und Anschlageinrichtungen (Dreibäume, Türtraversen, Riggingplatten, Wirbel und Teleskopstangen), Gurte (Arbeits-, Auffang-, Sitz- und Brustgurte sowie Sitzbretter), Karabiner und Schraubglieder, Verbindungselementen (Band-, Stufen- und Trittschlingen sowie Lanyards) und Sicherungsgeräten (Falldämpfer, Höhensicherungsgeräte, mitlaufende Auffanggeräte und Seilklemmen). Ein Helm ist für einen Industriekletterer natürlich eine Selbstverständlichkeit. Die modernen Chemiefaserseile können problemlos ein Gewicht von bis zu zwei Tonnen tragen.

Kennzeichnend für Industriekletterer ist die Verwendung eines zweiten redundanten Sicherungsseils. Dieses zweite redundante Sicherungsseil dient ausschließlich der Sicherheit. In diesem Seil ist ein spezielles mitlaufendes Sicherungsgerät installiert. Sollte es aus irgendwelchen Gründen trotz vorhergehender Überprüfung der Ausrüstung und aller Sicherheitsvorkehrungen dazu kommen, dass das Tragsystem versagt, wird im dem Sicherungsgerät am zweiten Seil eine Blockade geschaltet, die den Absturz verhindert.

Die Anfänge der Höhenarbeit am Seil - Geschichte der Industriekletterer

Das Verfahren der Seilunterstützten Zugangstechniken wurde speziell für die Industrie entwickelt und ist relativ neu. Die Anfänge der Höhenarbeit mittels Seilabsicherung liegen in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Zwei Großprojekte streiten sich darum, die Geburtsstunde der Seilunterstützten Zugangstechniken zu markieren: der Bau des Hoover-Staudamms (1931 bis 1935) und der Bau der Golden Gate Bridge (1933 bis 1937). Auf beiden Baustellen kamen Arbeiter zum Einsatz, die durch Seile gesichert Arbeiten durchführten. Bei diesen Arbeitern handelte es sich – streng gesehen – noch nicht wirklich um Industriekletterer, weil sie das zweite redundante Sicherungsseil, das den modernen Industriekletterer kennzeichnet, noch nicht verwendeten. Dieses aus dem alpinen Bergsport übernommene Verfahren wurde erstmals 1970 von britischen Industriekletterern bei Montagearbeiten auf Bohrinseln in der Nordsee angewendet. Der Bedarf der Öl- und Gasindustrie an ausgebildeten Industriekletterern wuchs mit der Zeit stetig. Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts gründete sich der Verband Industrial Rope Access Trade Association (IRATA) auf Initiative führender Firmen, die Seilunterstützte Zugangstechniken bei der Durchführung von Höhenarbeiten einsetzten zum Zweck der Weiterentwicklung dieses modernen Verfahrens zur Arbeitsplatzpositionierung. Ziel war es natürlich auch, die Industrie mit den dringend benötigten, gut ausgebildeten Industriekletterern zu versorgen. Mittlerweile ist die Organisation mit über 15.000 Mitgliedern weltweit die größte Vereinigung von Industriekletterern.

In Deutschland spielte der seilunterstützte Zugang zu hoch gelegenen Arbeitsfeldern lange Zeit kaum eine Rolle. Nur in der ehemaligen DDR wurden Industriekletterer für die Sanierung von Plattenbauten eingesetzt. Der Beton der Plattenbauten wies – bedingt  durch Kälte und Nässe – undichte Stellen auf. Da nicht genügend Kräne oder Hebebühnen vorhanden waren, wurden Arbeiter mit privat erworbenen, alpinen Kenntnissen für die Sanierung der maroden Stellen eingesetzt. Im wiedervereinten Deutschland wurde die Arbeitsweise von Industriekletterern dann vom Arbeitsschutz als zu gefährlich eingestuft. Im Jahr 1995 wurde daraufhin der Fach- und Interessenverband für Seilunterstützte Arbeitstechniken (FISAT) ins Leben gerufen, in dem Experten aus Wirtschaft, Industrie, Höhenrettung und Unfallversicherungsträgern vertreten sind. Der Verband gilt als Gegenbewegung zu den Berufsgenossenschaften, die den Einsatz von Industriekletterern gesetzlich verbieten lassen wollten. Im Jahr der Gründung, noch bevor der FISAT 1997 die Richtlinien zur Sicherheit beim Einsatz von Industriekletterern herausgab, erwirkten die Künstler Christo und Jeanne-Claude für ihr Projekt „Verhüllter Reichstag“ eine Sondergenehmigung für den Einsatz von Industriekletterern. 90 professionelle Industriekletterer verbauten während der erforderlichen Verhüllungs-Arbeiten 109.400 Quadratmeter Spezialgewebe, 15.600 Meter blaues Polypropylenseil und 200 Tonnen Stahl. Das Projekt „Verhüllter Reichstag“ war nicht nur aus  Sicht der Künstler ein voller Erfolg, auch die Industriekletterer konnten ihre Leistungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis stellen. Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass die Realisierung dieses Projektes der Meilenstein in der Geschichte der seilunterstützten Höhenarbeiten in Deutschland ist.

Der Beruf Industriekletterer ist für viele sportlich aktive Jugendliche ein Traumberuf. Man kann seit 1997 eine anerkannte Berufsausbildung zum Industriekletterer machen. Die Ausbildung zum Industriekletterer ist in drei Stufen unterteilt und wird vom FISAT geregelt. Die nicht ganz billige Ausbildung muss allerdings vom werdenden Industriekletterer selbst bezahlt werden. Industriekletterer haben aber gute Verdienstmöglichkeiten, so dass sich die Investition in die Ausbildung in den meisten Fällen lohnt.

Robert Bonjey, robert.bonjey@webmail.de




 

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