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Im Titel In der Beschreibung     Erweiterte Suche
Veröffentlicht : December 29, 2008 | Autor : netboarder
Kategorie : Wissenschaft | Bisher gelesen : 697

  
Die moderne Linguistik hat längst eine deutliche Tendenz hin zur Kognitionswissenschaft. Hierbei geht es darum, wie Sprache verarbeitet und im menschlichen Gehirn repräsentiert wird. Das Kognitive an der kognitiven Linguistik besteht schließlich in der Flexibilität, wie der Mensch Informationen speichern, in Abhängigkeit zur Situation verändern und wieder verwenden kann.

Theorien in der kognitiven Linguistik

In der Kognitionswissenschaft haben sich zahlreiche Theorien etabliert, die sich mit der Verarbeitung von Sprache befassen. Eine besonders prominente Theorie von Kintsch (1998) geht von einer zyklischen Informationsverarbeitung aus – jeder Zyklus umfasst genau zwei Phasen. In einer so genannten Konstruktionsphase werden lose Assoziationen gebildet, die anschließend (in Phase Nummer 2) in Abhängigkeit zur Situation interpretiert werden.

Ein kurzes Beispiel: Im  Englischen bedeutet das Wort „mint“ übersetzt sowohl „Münzanstalt“ als auch „Minze“. Während in der ersten Phase beide Bedeutungen aktiviert werden, setzt die zweite Phase den Begriff in Beziehung zu anderen, relevanten Ausdrücken. Wenn also zum Beispiel von Gebäuden die Rede ist, wird die Bedeutung „Minze“ gehemmt oder deaktiviert.

In der kognitiven Linguistik haben sich so genannte Netzwerkmodelle etabliert, die mit Propositionen arbeiten. Propositionen sind Informationseinheiten, die letztlich komplexere Einheiten (in Form von komplexen Sätzen realisiert) auf Ihre kleinsten zusammenhängenden Ausdrücke zurückführen.

Auch hier wieder ein Beispiel: „Die Griechen lieben schöne Kunstwerke“ Dieser Satz lässt sich in genau zwei Propositionen zerlegen: lieben(griechen, Kunstwerke) und schön(Kunstwerke). Diese zwei Propositionen sind über die Wörter Kunstwerke miteinander verknüpft.

So der einfache Ansatz in der kognitiven Linguistik und Nachbardisziplinen. Natürlich hat sich dieses Modell über Jahrzehnte hinweg verändert und ist mittlerweile (in Abwandlung – versteht sich), in computerlinguistischen Ansätzen implementiert.

Damit schlägt die kognitive Linguistik eine Brücke zur Computerwissenschaft, namentlich der Texttechnologie oder dem so genannten Text Mining. Ziel ist es, Texte besser automatisch verarbeiten zu können und – sofern möglich – auf ein psychologisches und linguistisches Fundament zu stellen.




 

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