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Kompensationsgeschäfte breiten sich immer mehr aus, weil
dieser Verrechnungsverkehr ein Korrektiv und - längerfristig (mit dem weiteren
Fortschritt der elektronischen Kommunikation) sogar eine Alternative zum Zahlungsverkehr
darstellt.
Denn für eine Zahlung muss man Geld aufnehmen, bei den
verschiedensten Gläubigern - auch bei der nationalen Zentralbank. Und keine
Bank stellt das Währungsgeld unentgeltlich zur Verfügung, sondern verlangt
Zinsen.
Der Zwang, diese Schuldzinsen zu verdienen, verteuert die
Produkte. Das verstärkt die Tendenz, hohe Zuwächse zu erzielen - und erhöht
das, zum Markterfolg erforderliche, Produktionsniveau.
Nicht nur unterentwickelten Volkswirtschaften fällt es
schwer, bei diesem Tempo mit zu halten. Auch in den Industrieländern drängt der
Produktivitätswettlauf viele Unternehmen, Gemeinden, ja sogar Regionen an den
Rand.
Daran liegt es, dass - im internationalen Handelsverkehr der
Anteil der Staaten und Grossunternehmen zunimmt, die Kompensationsgeschäfte
machen
- immer mehr mittelständische Unternehmen
Kompensation für ihre nationalen und regionalen Geschäfte als Ergänzung für
ihre herkömmliche Geschäftspraxis nutzen
- im lokalen Bereich zusehends neue
Kooperationen entstehen, in denen sich Kleinstunternehmen und Konsumenten zusammenschließen,
um Kompensationsgeschäfte zu machen.
Diese drei Formen der Kompensation wurden von der Wirtschaft
entwickelt, um den zunehmenden Liquiditätsengpässen zu begegnen. Kompensation
erhöht Umsätze und senkt Kosten.
Aber in gesamtwirtschaftlicher Sicht liegt ihre zentrale
Funktion darin, den Teilnehmern Liquidität und Zins zu ersparen, und sie dadurch
von dem Wachstumszwang - soweit er rein geldwirtschaftlich bedingt ist - unabhängig
zu machen.
Multilaterale Kompensationsgeschäfte werden überall auf der
Welt getätigt. In USA, England und Australien gibt es
Kompensationsgesellschaften mit mehreren tausend Mitgliedsunternehmen und
Milliardenumsätzen. Aber auch bei unserer europäischen Nachbarn wird kräftig kompensiert.
Vorbild vieler Kompensationsgesellschaften ist die WIR Bank
im schweizerischen Basel. Seit 1934 werden dort Kompensationsgeschäfte gemacht.
Mittlerweile nutzen rund 60.000 kleine und mittlere Unternehmen die Vorteile
der WIR. Sie kompensieren Waren und Dienstleistungen - und bezahlen mit
WIR-Franken. Die Schweiz ist das einzige europäische Land das offiziell zwei
Währungen besitzt, nämlich den Schweizer Franken und den zinslosen WIR-Franken.
Auch deutsche Großunternehmen, wie BASF, Volkswagen und
viele mehr, kompensieren gerne, wenn es um ihre Auslandsgeschäfte geht.
Weltweit sind mehr als 600 000 Unternehmen den über 500
Kompensationsgesellschaften angeschlossen. 15 bis 20 Prozent des Welthandels werden
über Kompensation abgewickelt.
Auch in Deutschland profitieren jetzt immer mehr KMUs von
den vielen Vorteilen er Kompensation - wie z.B. Liquiditätsaufbau,
Auslastungserhöhung, Kostensenkung und Neukundengewinnung.
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