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Eine Mischung aus Krimi, Gesellschaftskritik und medizinischer Fallstudie – so in etwa könnte man Martin Suters Romane bezeichnen. Der Schweizer Autor, der schon diverse Literatur- und Krimipreise sein Eigen nennen kann, hat 2008 sein bisher jüngstes Werk, „Der letzte Weynfeldt“ veröffentlicht. Und wieder macht er deutlich, dass seine Bücher nicht klar einem Genre zuzuordnen sind.
Schon in „Small World“, seinem im Diogenes Verlag erschienen Buch von 1997, verknüpfte er auf sehr spezielle Art und Weise die immer weiter voranschreitende Leidensgeschichte des Alzheimerpatienten Konrad Lang mit einem Plot, in dem Macht und Gier, aber auch sich über drei Generationen erstreckende Familienverflechtungen vereint. Martin Suter bricht damit aus dem Genre der Krimis aus, ohne jedoch nur ein persönliches Schicksal oder eine Familiensaga zu erzählen.
Als erster Teil der so genannten „Neurologischen Trilogie“ legte damit „Small World“ die Marschroute für weitere Romane fest: Auch „Die dunkle Seite des Mondes“ und „Ein perfekter Freund“ verbinden medizinische Schicksäle mit fesselnden Plots um dunkle Machenschaften.
Daneben schrieb Martin Suter aber auch immer wieder Kurzgeschichten und Kolumnen über das Leben im Zeichen des Kapitalismus. Hier wird seine Gesellschaftskritik am deutlichsten. „Der letzte Weynfeldt“ schlägt in dieselbe Kerbe, schreibt der Autor hier doch über einen erfolgsverwöhnten Kunstexperten, dessen Leben durch die Begegnung mit einer psychisch labilen jungen Frau ins Wanken gerät. Das Leitmotiv: Was macht eigentlich Glück in der heutigen Welt aus?
Martin Suter beweist hier eindrücklich, dass er ein überaus vielseitiger Schriftsteller ist und wie gekonnt er die verschiedensten Perspektiven und psychologischen Profile mit einfachen Stilmitteln skizzieren kann. Aber auch das „klassische“ kriminalistische Fach beherrscht er, hat er doch für den Roman „Der Teufel von Mailand“ sogar den Deutschen Krimipreis des Jahres 2007 erhalten.
Martin Suter lebt abwechselnd auf Ibiza und in Guatemala. Suter war Werbetexter und als freier Schreiber unter anderem für die Zeitschrift GEO tätig. Auch für TV und Kinoproduktionen hat er bereits zahlreiche Stoffe verfasst.
Kathrin Berger
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