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Veröffentlicht : November 10, 2009 | Autor : Matratze
Kategorie : Sonstiges | Bisher gelesen : 459

  
Noch bis ins letzte Jahrhundert hinein waren natürliche Stoffe die Grundlage für die Einrichtung von Schlafplätzen und die Herstellung von Matratzen. Trockenes Laub, duftendes Stroh, wärmende Schafwolle aber auch Rosshaar, Vogelfedern, Seegras oder Kokos wurden und werden dafür verwendet, je nach Angebot der Natur und finanziellen Mitteln. Man nähte die mehr oder weniger weichen Materialien in einen Sack aus Leinen oder befüllte damit seine Schlafkiste. Mancherorts spannte man ein Geflecht aus Pflanzenfasern oder Tierhäuten zwischen Bäume oder Pfosten, die dann entweder als schaukelnde Hängematte oder federnder Vorgänger des heutigen Lattenrostes dienten.

Die heutige Form der Matratze entstand nach Vorbildern aus der arabischen Welt, wo man die traditionell die Haare edler Rösser verwendete. Fest vernäht zwischen schützenden und wärmenden Stoffen konnten sie über Jahre genutzt werden, wohingegen pflanzliche Matratzenfüllungen schnell verrotteten und häufig gewechselt werden mussten. Bald konstruierte man metallene Federkerne, die mit dichtem Flies gepolstert und festem Stoff umspannt wurden. Solche haltbaren und strapazierfähigen Matratzen waren lange Zeit ein Luxus, der nur den besser betuchten Bevölkerungsteilen vorbehalten war. Der einfache Mensch schlief weiterhin auf Stroh und Decken.

Mit der Industrialisierung und der Entdeckung neuer Herstellungsverfahren und vor allem der Entwicklung von Kunst- und Schaumstoffen wurde wie vieles andere auch eine weiche Matratze bald für jeden zugänglich. Mit der Aufschäumung von Naturlatex – Vulkanisation genannt - entstanden die ersten Latexmatratzen, gefolgt von PUR-Schaummatratzen, Kaltschaummatratzen und Thermoschaum- bzw. Viscoschaum-Matratzen. Parallel dazu wurde auch die Federkernmatratze ständig verbessert.

Dennoch verschwanden Matratzen aus natürlichen Materialien nie ganz aus den Betten der Menschheit. Ganz im Gegenteil – sogenannte Bio-Matratzen erfreuen sich im Heiler- und Wellnessbereich wieder eines verstärkten Zuspruchs. Und auch die Naturvölker in der Arktis, im Dschungel oder in der Wüste bauen ihre Betten wie zu Urzeiten auf Fellen, mit Lianen in den Bäumen oder auf weichem Sand und klagen weniger über Schlafstörungen oder Rückenschmerzen als zivilisationsverwöhnte Stadtmenschen.

Ralf Schneider - web [punkt] kata [äht] web.de




 

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