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Nanotechnik – Im Reich der Atome !
Die Nanotechnologie gilt als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Ob in der Chemie, Medizin oder in der Technik, schon längst hat die Nanotechnik Einzug in unseren Alltag genommen. Ein Nanometer (Griechisch: nanos = Zwerg) ist der millionste Teil eines Millimeters, das entspricht dem Größenverhältnis zwischen einem Heißluftballon und der Erdkugel. Schon heute finden wir Nanoprodukte fast überall. Der Einstieg in die neue Miniaturwelt begann bereits vor einigen Jahrzehnten, als Nanopartikel in Lacken, Medikamenten und in der Kosmetikindustrie eingesetzt wurden. So haften Lippenstifte durch die Nanotechnik besser und haben auch mehr Glanz. Auch Hautcremes und Haarpflegemittel enthalten ipidkügelchen in Nanogröße, die die Wirkstoffe in Ihrem Inneren transportieren und im Gewebe freisetzen. Nanoteilchen stecken auch schon längst in Textilien, die dadurch Schmutz und Wasser- abweisend, sowie geruchs und bügelfrei werden. In Fassadenanstrichen, Verputz oder Verglasungen sorgen Nanoteilchen beispielsweise mittels "Lotuseffekt" für eine schmutzabweisende Oberfläche. Die nanometergroßen Rillen oder Schuppen lassen dabei Wasser und Schmutz, aber auch Bakterien, ohne Rückstände abperlen. Andere Nanoteilchen könnten in Zukunft Brillengläser kratz- und schlagfest machen oder Wandkonstruktionen vor Feuer schützen. Für die Automobilindustrie werden Motorteile aus Nanomaterial gefertigt, die robuster und leichter sind als die herkömmlichen Materialen wie Stahl oder Aluminium. Ein neu entwickelter Autoreifen weist dank einer Kombination von Nanorußteilchen, Kieselsäre und Silanen deutlich bessere Rolleigenschaften auf. Bei einem LKW- Reifen sinkt der Rollwiederstand um 20 Prozent.

In der Medizin sehen die Forscher das größte Potenzial der Nanotechnologie. In der Berliner Charite Klink therapiert der Arzt Andreas Jordan seit 2 Jahren erfolgreich Hirntumore, indem er eisenhaltige Nanoteilchen in sie hineinspritzt. Dann bringt er die Nanoteilchen durch ein Magnetfeld zum Schwingen, das Krebsgewebe erhitzt sich dabei und stirbt ab. Mediziner der Uni Pennsyvania setzten bei Tierversuchen biologisch abbaubare, hohle Nanoteilchen ein, beladen mit den zur Chemotherapie bei Brustkrebs genutzten Zellgiften Paclitaxel und Doxorubicin. Die Tumore bildeten sich dadurch drastisch zurück.Im Jahr 2005 hat die US Gesundheitsbehörde die Behandlung von Brustkrebs in forgeschrittenem Stadium zuglassen. Auch zur Verhütung soll in Zukunft die Nanotechnik behilflich sein. In China wurde vor kurzem ein silberhaltiger Schaum entwickelt, der in der Vagina gleichzeitig als Gleitmittel wirken, Erreger abtöten und Schwangerschaften verhüten soll.
Die Bedeutung der Naotechnologie für die Zukunft der Menschheit kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, schwärmt Mark Modzelewski, Mitgründer des US Industrieverbands "Nanobusiness Alliance". Die Nanotechnik verspricht saubere Industrien, die Heilung von Krankheiten, eine nahezu unbegrenzte Energieversorgung und das Ende des Hungers. Das Bundesforschungsministerium urteilt ähnlich euphorisch. Schon heute hängen 50000 bis 100000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der noch jungen Branche ab. Bis zum Jahr 2015, so eine Prognose, werde in allen Industriezweigen mit nanotechnologischen Komponenten oder Verfahren gearbeitet.
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