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Der Sinn von Praktika ist es, schon vorhandene theoretische Kenntnisse praktisch anzuwenden. Die Mehrheit der Studien- und Ausbildungsgänge setzt inzwischen ein Praktikum oder mehrere Praktika voraus. Diese müssen entweder während der Ausbildung geleistet werden - wenn bereits Kenntnisse gegeben sind - oder vor Beginn der Ausbildung oder des Studiums. Das erstere hat den Zweck, die graue Theorie von Schule oder Uni in der Praxis anwenden zu lernen, das zweite hat vor allem den Zweck, dass sich der zukünftige Studierende oder Azubi einen Eindruck über den Beruf verschaffen kann. So weiß er genau, was auf ihn zukommen wird – und kann im Zweifel noch im letzten Moment seinen Berufswunsch ändern. Inzwischen werden Praktika auch nach bestandener Ausbildung eingesetzt, um z.B. einen Bewerber probeweise zu einem niedrigen Gehalt „auszuprobieren". Da in bestimmten Berufsfeldern - vor allem in Werbung, Medien, Kunst, den Geistes- und Sozialwissenschaften – die Leistung diverser Praktika vor dem Berufseinstieg Pflicht geworden ist, sehen sich viele Berufseinsteiger gezwungen, mehrere Praktika zu leisten, bevor sie endlich einen normal bezahlten und dauerhaften Arbeitsplatz erhalten. Manche Arbeitgeber nutzen diese Problematik leider aus, und stellen, um Kosten zu sparen, fertig ausgebildete Praktikanten anstelle von normalen Angestellten ein. Unschön ist diese Praxis vor allem, da sie dazu führt, dass selbst hochqualifizierte Praktikanten den Einstieg in ein normales Arbeitsverhältnis über Jahre hinweg nicht schaffen. Eigentlich widerspricht diese Vorgehensweise der gültigen Rechtsprechung – denn Praktikanten haben laut Berufsbildungsgesetz einen Anspruch auf eine angemessene Bezahlung, wenn sie berufstypische Fachtätigkeiten verrichten. Dieser Anspruch besteht aber nur theoretisch, denn viele sind froh, wenn sie überhaupt einen geeigneten Praktikumsplatz finden und hoffen darauf, dass dieser der letzte Schritt in ein richtiges Arbeitsverhältnis sein wird. Autor: Kerstin Becker kbecker[ @ ]content-optimizer.de
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