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Hausbesitzer,
aber auch Investoren und andere Interessierte können hier im
„Solarpotenzial-Dachkataster“ ihrer Stadt, veröffentlicht im
Internet, das „Solarpotenzial“ ihres Hauses abfragen. Per
Mausklick erfahren sie, wie viel eine Solaranlage für das eigene
Dach kosten würde, wie viel Strom man damit erzeugen könnte und
welche Zuschüsse es gibt. Sichtbar wird hier also auch: das
Sparpotenzial. Sensationell ist das Ergebnis des Geodaten-Projekts
SUN AREA zu nennen, mit dem die drei Solarstädte zusammenarbeiten:
Würde man alle geeigneten Dachflächen optimal nutzen, ließe sich
der private Stromverbrauch zu über 100 Prozent aus Sonnenenergie
decken.

Alles
begann an der Fachhochschule Osnabrück, Studiengang Geoinformatik,
mit der Vision einer jungen Professorin: Es müsste doch möglich
sein, ein Rechenverfahren zu entwickeln, mit Hilfe dessen man das
Solarpotenzial einer ganzen Stadt, eines Landkreises oder
Bundeslandes vollautomatisch ermitteln kann. Solarpotenzial, das
heißt: Die Gesamtzahl der vorhandenen Dachflächen, klassifiziert
nach ihrer Eignung für die Installation von
Sonnenenergie-Kollektoren oder Solarthermie-Anlagen. Prof. Dr.
Martina Klärle, heute 41 Jahre alt und Professorin in Frankfurt,
führte den Beweis: Schon beim gegenwärtigen Stand der Technik, in
einer Gegend mit vergleichsweise schlechtem Wetter (rund 1400
Sonnenstunden jährlich, gegenüber 1700 in Deutschlands sonnigster
Stadt Freiburg bzw. 4000 Stunden in der Sahara) lässt sich der
private Stromverbrauch komplett aus alternativen Energien decken. Zur
Entwicklung ihres Rechenverfahrens nutzten Klärle und ihr Team des
Projekts SUN AREA Daten aus einer sogenannten Laserbefliegung, die
die Stadt schon 2005 in Auftrag gegeben hatte – hier wurde das
Stadtgebiet aus einem Flugzeug heraus mit Spezialgeräten
dreidimensional vermessen, um Veränderungen in der Bebauung und
Landschaft zu dokumentieren. In die Berechnung des Solarpotenzials
eines individuellen Gebäudes fließen Informationen wie der
Neigungswinkel des Daches und seine genaue Fläche, ja selbst die
Verschattung durch Bäume und Nachbargebäude ein. Im Ergebnis
erfährt man, ob sich ein Dach „sehr gut“, „gut“ (oder auch
„bedingt“ oder „gar nicht“) für die Installation einer
Fotovoltaik- bzw. Solarthermie-Anlage eignet, wie viel eine
entsprechende Anlage kosten würde und wie viel Strom man auf diese
Weise erzeugen könnte. Auch den Anteil am persönlichen
Gesamtenergiebedarf und die eingesparten CO2-Emissionen erfährt man
auf diese Weise. Ebenso kann man sich auf den Webseiten der genannten
Städte über Fördermöglichkeiten durch den Staat und die
Finanzierung dieser Investition informieren.
Das
Gesamtbild: Rund 20 % der Dachflächen von Osnabrück (und man darf
annehmen: In anderen Städten Deutschlands verhält es sich ähnlich)
bzw. die Dächer von 27.500 Gebäuden mit einer Gesamtfläche von ca.
2 Quadratkilometern sind für die Stromgewinnung mit
Fotovoltaik-Anlagen hervorragend geeignet. Über diese Fläche
könnten jährlich ca. 250.000 Megawattstunden Strom gewonnen werden,
was den derzeitigen Bedarf von ca. 233.000 Megawattstunden (Stand:
2006) sogar übertrifft.
Das
Echo in der Öffentlichkeit ist ermutigend: In Osnabrück
entschlossen sich innerhalb eines Jahres (2008) doppelt so viele
Investoren, ihre Häuser auf diese umweltfreundliche Form der
Energiegewinnung umzurüsten, als in den zurückliegenden 17 Jahren
zusammen. Dem voraus ging eine Werbe- und Aufklärungskampagne der
Stadt, bei der auch einzelne Hausbesitzer angeschrieben und gezielt
auf das Solarpotenzial ihrer Häuser aufmerksam gemacht wurden. Auf
rund 11 Millionen Euro schätzt der Leiter der kommunalen
Umweltbehörde das private Investitionsvolumen seit der
Veröffentlichung der Forschungsergebnisse Anfang 2008.
In
SUN AREA steckt also neben den positiven Auswirkungen auf das Klima
und private Geldbeutel auch ein gewaltiges Potenzial für die
regionale Wirtschaft. Auch zahlreiche andere Kommunen aus dem In- und
Ausland interessieren sich bereits für das Projekt. „Das
Rechenmodell kann ohne Probleme auf die Daten anderer Städte
übertragen werden“, sagt Prof. Klärle in einem Interview. Bleibt
zu hoffen, dass SUN AREA in Deutschland und anderswo immer weiter
Verbreitung findet.
Ob
Sie nun in Osnabrück, Gelsenkirchen oder Braunschweig wohnen oder
nicht: Das Internet-Portal www.Dachdeckerei.info bietet
Informationen, Anbieter-Adressen und weiterführende Links zu allen
Fragen zum Thema Dach: Solardächer, Dachstuhlausbau, Wärmedämmung,
und vieles mehr. Fundierte Überblicksartikel führen in die Materie
ein und erleichtern die Auswahl der zur Verfügung stehenden
Optionen. Ein umfangreiches Adressverzeichnis hilft nach
Bundesländern und/oder Postleitzahl sortiert bei der Suche nach
einem Dachdecker-Fachbetrieb in Ihrer Nähe.
Pressekontakt BDP
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M. Karpenko
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