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Mit Telemedizin
wurde seit den 80er Jahren dieses Jahrhunderts experimentiert. Sie vereint die
sich weiterentwickelnte Technik und die Hoffnung auf eine bessere Versorgung
auch für ärmere Teile der Bevölkerung, sowie generell ärmere oder wenig
besiedelte Regionen der Welt, in denen die ärztliche Versorgung schwieriger zu
erreichen ist.
Wie Lisa Cartwright
sagt, ist die Verbesserung des Zugangs zu medizinischer Versorgung einer der
Hauptaspekte der Telemedizin. So ist es möglich, in verschiedenen Zentren einem
Patienten Proben zu entnehmen, und diese per Internet an eine andere Stelle zu
senden, die die notwendigen Auswertungensmöglichkeiten besitzt.
Die Lage in
Deutschland wird von Ulrich Montgomery, Vize-Präsident der Bundesärztekammer auf
Grundlage einer Studie im Auftrag der BÄK folgendermaßen zusammengefasst: „Wir
Ärztinnen und Ärzte haben keine Angst vor Telematik und IT-Technik, wenn diese
Technik sicher ist und das Patient-Arzt-Verhältnis in keiner Weise
beeinträchtigt.“ Die Studie hebt aber gleichzeitig die Wichtigkeit der
Datensicherung und der sicheren Datenübertragung hervor. Besonders Hausärzte
stehen der neuen Technologie skeptischer gegenüber als Krankhausärzte. Doch
generell werden alle Einsatzbereiche der Telemedizin positiv betrachtet und
eine Steigerung in deren Bedeutung für die Zukunft betrachtet. Die meisten
Arztpraxen und Krankenhäuser benutzen Computer zur elektronischen
Datenspeicherung und ein Internetzugang ist bei fast allen gegeben.
Telemedizin
umfasst Bereiche wie Konsultation, Ferndiagnostik, Auswertung von Proben an
einem spezialisierten Standort und die Sendung der Resultate an den
Ursprungsstandort, sowie weiterführende Beobachtung von Patienten von zu Hause
aus. Letzteres könnte im Westen vor allem für Senioren oder Patienten deren
Mobilität eingeschränkt ist, von besonderem Interesse sein.
Es bleibt
abzuwarten, wie sich die Möglichkeiten weiterentwickeln. Neben verbesserten
Videokonferenzsystemen, wird es ebenso wichtig werden, die Sicherheit der Datenübertragung
und –speicherung zu gewährleisten, sowie strukturelle Änderungen im
Gesundheitswesen vorzunehmen, die ergänzend zum normalen Arzt-Patienten-
Kontakt stehen. Telemedizin wird nie die gängige Praxis ausrangieren, aber sie
kann als eine zusätzliche Maßnahme genutzt werden, die es Ärzten ermöglich,
sich auf Fälle zu konzentrieren, die eine persönliche Anwesenheit erfordern.
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