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Im Titel In der Beschreibung     Erweiterte Suche
Veröffentlicht : December 29, 2008 | Autor : wolfgang
Kategorie : Wissenschaft | Bisher gelesen : 1084

  

Von der Evolutionstheorie zur evolutionären Psychologie war ein weiter Weg

Mit seiner bahnbrechenden Arbeit unter dem Titel  „On the origin of species", zu deutsch: 
„Über den Ursprung der Arten", legte der Engländer Charles Darwin 1859 eine Theorie vor, die zu erklären versuchte, wie die unglaubliche Formenvielfalt an Pflanzen und Tieren auf unserer Erde entstanden ist.

Obwohl man die Evolutionstheorie immer wieder anfeindete - auch in der heutigen Zeit wieder ganz besonders - hat keiner es je geschafft, das logische und in sich schlüssige Gedankengebäude zu kippen. Im Gegenteil, die moderne biologische Forschung bestätigte Darwin auf Schritt und Tritt.
Und so kann man getrost behaupten, dass 150 Jahre nach ihrer Veröffentlichung die Evolutionstheorie die beste und aussagekräftigste naturwissenschaftliche Theorie überhaupt ist.

Der Kerngedanke dieser Theorie ist bestechend einfach: Die Nachkommen eines Elternpaares unterscheiden sich sowohl untereinander als auch von ihren Eltern geringfügig.
Es werden von jeder Art immer mehr Nachkommen produziert, als eigentlich benötigt werden.
Damit die Gesamtzahl der Individuen in einem bestimmten Gebiet konstant bleibt, kann nur ein gewisser Anteil der Nachkommen am Leben bleiben.
Individuen mit weniger guten Eigenschaften sind den Erfordernissen des Lebens nicht gewachsen – sie erleiden tödliche Unfälle oder gehen an anderen Umständen zugrunde; fallen Fressfeinden zum Opfer oder können sich im Rivalenkampf gegen ihre Artgenossen nicht behaupten. Daraus kann man allgemein ableiten, dass statistisch gesehen, die weniger gut fürs Leben gerüsteten Individuen einen geringeren Fortpflanzungserfolg haben werden, als die besser gestellten. Die weniger gut angepassten werden so ständig aus der Population ausgesiebt – die anderen mit den vorteilhaften Anpassungen reichern sich an.
Ändern sich Umweltparameter im Ökosystem einer Art, so können sich Lebewesen über Hunderte oder Tausende von Generationen den neuen Erfordernissen durch ein verändertes Design und neue Verhaltensweisen anpassen. Eine neue Art ist entstanden!                        

Was für viele Menschen nahezu unvorstellbar ist - und das ist heute nicht anders als im viktorianischen Zeitalter Darwins -  ist die Tatsache, dass Evolution völlig zufällig und planlos stattfindet und dabei so wundervolle Konstruktionen entstehen wie das Gehirn eines Menschen oder das Auge eines Adlers.
Dies sind Ergebnisse nach dem Prinzip von Erfolg und Irrtum, die sich einstellen, wenn erdgeschichtliche Zeitspannen von Hunderten von Millionen Jahren zur Verfügung stehen.
Es war ein Schock zur damaligen Zeit, als Charles Darwin einen riesigen Stammbaum präsentierte, der alle Arten und Abstammungslinien enthielt, wie er sie sich aus dem Wirken der natürlichen Selektion herleiten konnte. Zum ersten Mal erkannte man, dass jede vorkommende Art durch gemeinsame Vorfahren mit allen anderen Arten verbunden ist. Besonders die Vorstellung, dass der Mensch vom Affen abstammen sollte, erregte heftig die Gemüter im England des 19. Jahrhunderts. Diese Aussage machte Darwin aber so nicht, da war er viel zu vorsichtig – das interpretierten andere in seine Arbeit hinein.

Die Methoden der modernen Genanalyse gaben der Evolutionstheorie recht, was die Abstammung von gemeinsamen Vorfahren anbelangt: So stimmen z. B. Mensch und Schimpanse in 98% ihres Erbgutes überein. Und noch drastischer: Es wurden Gene in einem kleinen Wurm gefunden, die mit einigen Genen des Menschen sehr gut übereinstimmen. Das besagt nicht mehr und nicht weniger, als dass dieser Wurm und der Mensch einen gemeinsamen Vorfahren hatten.

Charles Darwin beendete seine Abhandlung „Über den Ursprung der Arten" mit folgenden Worten: Licht wird auch fallen auf den Menschen und seine Geschichte. Zu weiteren Aussagen über die Anwendbarkeit seiner Theorie auf den Menschen war er allerdings nicht bereit, da er die Zeit nicht reif dafür hielt.

Es hat rund 140 Jahre gedauert, dann war es soweit, dass sich Menschen daran machten, mit wissenschaftlichen Methoden die Evolution des menschlichen Geistes zu enträtseln.
Die evolutionäre Psychologie war entstanden – eine Verschmelzung aus  Evolutionsbiologie und Psychologie – mit der Zielsetzung, herauszufinden, wie Millionen Jahre alte Verhaltensanpassungen,
evolutionär-psychologische Mechanismen genannt, unbewusst den modernen Menschen in seinen Verhaltensweisen beeinflussen.

Dipl.-Biol. Univ. Wolfgang Ittner    mail at beziehungsdoktor.de




 

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