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Mal wird es als Sub-Genre des Thrillers bezeichnet, mal als Mischung aus Science Fiction, Horror und Fantasy, mal zählen Bücher über Verschwörungstheorien dazu, mal geht es um ungelöste Mordfälle: Das Literaturgenre „Mystery“ ist mindestens so mysteriös, wie sein Name es suggeriert. Der erste mysteriöse Trugschluss gleich am Anfang: Der Name ist zwar ein Anglizismus, aber genau wie „Handy“ im Englischen „handlich“ und nicht etwa „Mobiltelefon“ bedeutet, steht „Mystery“ im Englischen für ein sehr viel klareres Genre: für den Krimi.
„Mystery“ ist dennoch mitnichten ein deutsches Phänomen. Gerade amerikanische TV- und Kinoproduktionen haben das Genre bekannt gemacht: Serien wie „Akte X“ („The X-Files“) und „Outer Limits“ oder Shyamalans Kinohit „The Sixth Sense“ (oder später versuchte eigene Kopien des Schemas – „The Village“, „Unbreakable“, …) haben auch das Interesse des deutschen Publikums am Unerklärlichen geweckt. Die (scheinbar) übernatürlichen Phänomene sind ein Markenzeichen dieser Gattung.
Anders als in Werken die eher dem Horror- oder Thriller-Segment zuzuordnen sind, steht hier aber weniger die akute Gefahr des Protagonisten als vielmehr die subtile Furcht vor dem Unerklärlichen im Vordergrund. Dazu passt, dass – anders als in vielen anderen verwandten Genres – die Grenzen zwischen „gut“ und „böse“ hier unschärfer sind.
In der Literatur ist der Bereich „Mystery“ noch nicht allzu weit verbreitet – Werke dieser Gattung finden sich meist in der Trivialliteratur für junge Erwachsene. Ein Beispiel für eine erfolgreiche Reihe aus dem Bereich „Mystery“ ist Stephenie Meyers „Biss“-Reihe, in der die teils tragische Liebesgeschichte zwischen der hübschen Bella und dem Vampir Edward das Leitmotiv ist. Hier mag zwar strittig sein, in wieweit diese nicht eher der „Fantasy“ zuzuordnen sei, gerade aber das Spiel mit dem Übernatürlichen und die Abkehr vom „schwarz-weiß-Denken“ bezüglich der Motive der Hauptfiguren ist hier deutlich.
Im Internet wird auf Plattformen wie z.B. LovelyBooks.de, einer Community für Leser und Liebhaber von Büchern, intensiv das Genre der Mystery diskutiert – noch ohne klare Definition. Bislang fehlt ihm in jedem Fall „das eine“ Werk, auf das sich solch eine Definition standardmäßig beziehen könnte.
Kathrin Berger
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