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Im Titel In der Beschreibung     Erweiterte Suche
Veröffentlicht : February 22, 2008 | Autor : aboutbooks
Kategorie : Freizeit und Hobby | Bisher gelesen : 1158

  

Darf man Harry Potter als Fantasy zählen oder ist es einfach eine Internatsgeschichte mit Zauberern? Ist die Tinten-Trilogie von Cornelia Funke Fantasy? Die Bis(s)-Reihe von Stephenie Meyer (deren neuester Band, „Bis(s) zum Abendrot“ am Valentinstag schienen ist)? Oder darf als Fantasy nur gelten, was in der Tradition von J.R.R. Tolkiens „Herr der Ringe“ steht, wo sich Orks und Menschen bekämpfen und Drachen und Magier mächtige Ränke schmieden?

Viele Fantasy-Fans „der ersten Stunde“ jedenfalls melden sich im Internet zu Wort und verunglimpfen Potter & Co als Pseudo-Fantasy. Vor diesem Hintergrund ist es relevant, einen Versuch zu starten, das Genre „Fantasy“ einmal zu definieren und Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten (und auch wenn das sehr wissenschaftlich klingt – als wissenschaftliche Abhandlung ist dieser Artikel nicht gemeint).

 

So muss in erster Linie zwischen „Fantasy“ und der so genannten „High Fantasy“ unterschieden werden. Unter letzterem wird die vor allem von Tolkien begründete Fantasy verstanden, die oft auch „epische Fantasy“ genannt wird. Charakteristisch hierfür sind neu erfundene Welten, die häufig dem irdischen Mittelalter gleichen (bzgl. Sozialstruktur, Herrschaftsformen, Technologie etc.), aber durch phantastische Elemente angereichert ist (vor allem Magie, Götter, Fabelwesen etc.). Bei den im Fantasy-Bereich weit verbreiteten Pen & Paper – Rollenspielen bezeichnet „High-Fantasy“ dahingegen eher die extreme Vermischung von Phantastik und real Denkbarem (wenn auch immer in einer fiktiven Welt). Des weiteren sind „High Fantasy“-Welten von einer deutlichen Trennung zwischen „Gut“ und „Böse“ gekennzeichnet – meist sind es unfraglich ehrbare Helden (maximal sympathische „Schlitzohren“), die gemeinsam ein Abenteuer vor diesem Hintergrund bestehen.

 

„Fantasy“ als solches beschreibt einfach die Anreicherung einer (fiktiven oder auf der Realität basierenden) Welt durch phantastische Elemente wie Magie (von daher kann man streng genommen nicht strikt zwischen „High“ und „normaler“ Fantasy unterscheiden – erstere ist nur eine stärkere Ausprägung der zweiten). Allerdings sagt die Bezeichnung „Fantasy“ noch nichts über die Beschaffenheit der „Erzählwelt“ aus: Sowohl die dystopische Zukunftsvision aus „Shadowrun“ fällt darunter als auch in der gegenwärtigen „realen Welt“ angesiedelte Werke (wie z.B. von Hohlbein).

 

In sofern kann gefolgert werden, dass Bücher wie Harry Potter, Tintenblut und die Bis(s)-Reihe zwar der Fantasy, sicherlich nicht jedoch der „High Fantasy“ zuzuordnen sind.
 
Kathrin Berger
info(at)aboutbooks(dot)de




 

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